Carlo Mollino: Pallazo degli Affari / Camera di Commercio Torino

Zurück zur lange überfälligen Italienstudienreisenserie.

Carlo Mollino spielt hier mit Wesen eines Stahlbetonbaus: der aussteifende Kern wächst aus dem quaderförmigen Sockelgeschoß empor und trägt das kissenförmige, eigentliche Verwaltungsgebäude, das das Parkdeck überspannt.

Leider ist das Sockelgeschoß inziwischen mit Trennwänden zugestellt und an das Gebäude ein Übergang ins Nachbarhaus drangebastelt worden. Aber das passiert halt, wenn die schöden Bedürfnisse des Nutzers sich gegen die Ästhetik durchsetzen…

Besonders bemerkenswert ist das Treppenhaus, das in starkem Widerspruch zur äußeren Form zu stehen scheint. Der geneigte Leser merke sich die Lampen, die werden uns bei Mollino noch ein weiteres Mal begegnen.

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Freudige Nachricht

Der schwedische Fiat mit Opelmotor hat ja vor einiger Zeit seinen Besitzer (und Eigentümer) gewechselt, was beim Käufer offensichtlich einen Nerv getroffen hat und dazu geführt hat, daß der Neueigner in Folge den gesamten kerneuropäischen Markt an Griffins (drei Stück…) leergekauft hat.
Und er hat ein neues Automatikgetriebe aufgetrieben, so daß die Prognose sicher nicht vermessen ist, daß der Wagen auf der Straße bleiben wird.

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Zwei (kleinere) Probleme und fünfzehn Minuten Ruhm

Ein bekannter hamburger Saabhändler, -schrauber und -rennfahrer sagte mir vor langer Zeit am Telephon: “Ein Saab 900 ist kein Auto, sondern ein Haustier. Wie ein kleiner Hund: unglaublich treu, aber man muß sich dauernd darum kümmern.”
Und obwohl dat Schneewittchen eigentlich recht pflegeleicht ist bettelte es in den letzten Wochen etwas um Aufmerksamkeit.

Betätigen des rechten Lenkstockhebels brachte zwar die Scheibenwischer in Bewegung, aber nicht mehr zuverlässig Wischwasser auf die Scheibe. Dem weltbesten Saabforum nach ist der Fehler nicht ungewöhnlich: die Kontakte im Hebel verschleißen mit der Zeit und werden nach hinten gebogen, so daß je nach Tagestemperatur, Gewaltausübung des Fahrers und Laune des Fahrzeugens kein Kontakt mehr zustande kommt. Zeit und Muße und eine entsprechende Feinmotorik vorausgesetzt kann man das wieder zurechtbasteln, da es mir aber vor Allem an letzter mangelt führte am Austausch des Hebels kein Weg vorbei. R. von www.16s.de hatte noch einen übrig und ließ es sich auch nicht nehmen, den schnell zu tauschen – mein Hebel wird dafür eingelagert und irgendwann wieder aufbereitet. Weggeworfen wird nichts, die Autos wachsen ja nicht mehr nach.

Kurz darauf kippte das Fahrerfenster dann leicht nach vorne und blockierte. Hier hatte das Saabforum dann zum Glück unrecht: nicht das Gestänge des elektrischen Fensterhebers litt an Zahnausfall, sondern die Glasscheibe war aus der Halterung gerutscht.

Ziemliche Fummelei, vor Allem für große Männerhände. Kinderarbeit scheiterte an der mangelnden Verfügbarkeit und an der rechtlichen Lage, also hieß es die eigenen Hände dreckig zu machen und zu zerkratzen.

Kosten für beide Schäden: ein Lenkstockhebel zu 15,- Doppelmark und eine Rolle Gewebeklebeband.

Kurze Zeit später fanden das Museumspersonal und der diensthabende Saabveteran im Saab Museum dann den Kilometerstand so außergewöhnlich, daß wir kurzerhand zu “Besuchern des Tages” erklärt wurden. Dreißig- oder Vierzigtausend Meilen seien ja recht häufig, daß jemand aber mit einem Auto mit über fünfzigtausend Meilen anreise sei dann aber doch eher ungewöhnlich.

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Sehr sympathisch finde ich, daß seitens des Museums nicht nur auf die Dokumentation des Tachostandes, sondern auch auf die Wartungsnachweise Wert gelegt wurde. Mit Recht: ohne die wohl weltbeste Saabwerkstatt wäre das sicher nicht so einfach möglich gewesen!

Auf dem Rückweg mußten wir in Trelleborg noch etwas auf die Fähre warten, da bot es sich an, noch schnell den Film vollzumachen:

In Berlin dann festgestellt, daß die Abgasanlage irgendwo undicht ist. Die Schelle Flammrohr – Kat ist lose.
Irgendwas ist ja immer… Wie ein kleiner Hund.

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Carlo Mollino: Lutrario Music Hall

Vor geraumer Zeit hatte ich einen Exkursionsbericht in Serienform versprochen, wovon zu veröffentlichen ich bis jetzt leider erst die Anreise geschafft habe. Es wird also Zeit.

Entgegen dem, was einem die google-Bildersuche glauben machen mag hat Carlo Mollino nicht nur halb- bis ganznackte Frauen polaroidisiert, sondern auch Möbel und Gebäude entworfen. Seine Möbeldesigns erzielen Höchstpreise, seine Gebäude dagegen sind – zu Unrecht – recht unbekannt.

Die Lutrario Music Hall in Turin zeigt beispielhaft Mollinos große Stärke: das Dekorative.

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Manifest.

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King Kerosene im bedrohten Kreativviertel Dachauer Straße.

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The difference between men and boys

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… is the size of their toys their size.

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Nach Süden!

Wie vor geraumer Zeit hier angedeutet begab sich der Verfasser vor zwei Monaten studienreisend nach Italien. Das äußerst umfangreiche Programm (der Universität geht es entgegen des ersten Eindruckes weniger um das Klassenfahrtserlebnis, sondern um die Bildung): eine Woche Architektur in Turin und Genua. Den geneigten Leser erwarten neben Stadtrundgängen vor allem Carlo Mollino, Pier Luigi Nervi und Franco Albini, aber auch ein Gebäude mit Steilkurve. Auf dem Dach.

Zuerst aber die Anreise. Nachdem wir das H. Simpson zugeschriebene Zitat “Nur Versager und Terroristen fliegen Linie” uneingeschränkt bejahen können, der wirtschaftliche Erfolg die Beechcraft aber noch nicht ganz hergibt blieb nur der Kraftwagen. Der bietet darüber hinaus den großen Vorteil, nicht nur über, sondern durch die Schweiz reisen zu können. Von einer Paßstraße hat man im Flugzeug oder Zug ja nichts.

1200 Kilometer ergeben mit Pausen und Stau in Bregenz (den wir nutzen, um uns Peter Zumthors Kunsthaus wenigstens von außen zu besehen) 14 Stunden. Zum Glück sind Saabsitze bequem…
Besetzt mit 5 Personen samt Gepäck, einem Werkzeugkoffer, umfangreicher Photoausstattung und diversen Litern Betriebsflüssigkeiten, die man im Fall der Fälle nicht nachts an einer Autobahnraststätte zum fünfunddreißigfachen Preis erwerben möchte benötigt ein schwedischer Fiat bei halbwegs zivilisierter, an StVO und Richtgeschwindigkeiten orientierter Fahrweise zwischen 7,9 und 8,6 Litern auf hundert Kilometern. Insbesondere die beiden Alpenquerungen mit (wenn auch knapp) unter 8 Litern Durschnittsverbrauch sind beeindruckend, vor allem wenn man sich die Verbräuche neuerer Benziner anschaut. Was hat VW eigentlich die letzten 24 Jahre gemacht?

En route:

Die Turiner Unterkunft befand sich zwar nicht unbedingt in allerbester Lage, bot dafür aber Alpenblick.

Den Abschluß des Tages bildete eine großartige und erstaunlich preisgünstige Pizza an der Straßenecke, mit der das auch frischgeöffnet stets leicht schale Moretti leider nicht ganz mithalten konnte.

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