SAAB-Kalender 2018

Vor kurzem hatte ich meine lieben Leser zur Teilnahme aufgefordert, nun sind die Kalender des weltbesten Saabforums fertig.

Zur Auswahl stehen der traditionelle Forenkalender nach Publikumsvoting und ein vom künstlerischen Leiter des Projekts kuratierter Schwarz-Weiß-Kalender.

Mit Bilderauswahl durch Publikumsvoting: der Farbkalender

Schwarzweißkalender durch den künstlerischen Leiter kuratiert.

Wie bei Pixelfoto-Express üblich sind beide hochwertig auf feinstem Photopapier ausbelichtet.
Wichtigste Neuerung zum letzten Jahr ist das geänderte Kalendarium, das nun Raum für Notizen bietet. Das gewohnte Gimmick sind heuer die Karten eines Memoryspiels.

Neben den Kalendern gibt es auch eine Auswahl an Keramiktassen mit Kalendermotiven und erstmalig auch eine Glastasse:

Um der außergewöhnlich tiefen emotionalen Bindung des Saabfahrers an sein Auto gerecht werden zu können gibt es natürlich noch weitere Idee zur Fremd- oder Selbstbeschenkung:

limitierter Kunstdruck zum 40-jährigen Jubiläum des 99 turbo.

Ein auf 99 Exemplare limitierter Kunstdruck anläßlich des 40-jährigen Jubiläums des 99.

Wer Saab mit ins Bett nehmen möchte…

Ein Kissen für alle, die ohne (ihren) Saab nicht schlafen können.

Zwei Sturmfeuerzeuge.

Was dem Nordamerikaner der bumper sticker ist dem Mitteleuropäer der Kennzeichenhalter

Kennzeichenhalter.

Plüsch!

Nachdem des Verfassers Plüschtier diesen Sommer verkauft und somit dem Markt entzogen wurde bietet sich dem treuen Fan nun zumindest Ersatz in Elchform.

Daß es sich bei diesem Beitrag nicht nur um (leider unbezahlte) Werbung, sondern auch um eine unbedingte Kaufempfehlung und -aufforderung handelt benötigt wohl keiner weiteren Erklärung, jedoch zur Verdringlichung unter Umständen einer Wiederholung: Liebe Leser, kauft!
Genauso wird empfohlen, die unumgängliche Bestellung nicht allzu weit hinauszuzögern – man bedenke die erfarungsgemäß im Weihnachtsgeschäft etwas längeren Bearbeitungs- und wesentlich längeren Postlaufzeiten.

Bestellen: https://www.pixelfoto-express.de/saab-shop

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Ölfiltersektion: Purflux LS 245

Neulich überschritt Schneewittchen die 610.000km-Marke. Ab auf die Bühne; einmal drunterschauen, Öl- und Filterwechsel. Fahrwerksgummis und Bremsbeläge haben noch Fleisch; aber nach dem Winter wird man am Vorderwagen wohl weiterschweißen müssen. Naja, rolling resturation heißt also anscheinend, wenn man hinten fertig ist fängt man vorne wieder an…

 

Hier die vorher-nachher-Bilder des Ölwechsels. So wirklich fertig sah das AV-L nach 9494km jetzt noch nicht aus; aber neu ist es wirklich nahezu farblos. Ich bin sehr gespannt auf die Analyse.

Kommen wir aber jetzt zum titelgebenden Element: dem Ölfilter.

 

Drin war ein Purflux LS 245. Purflux ist bekannt für die besondere Zickzackfaltung, die es erlaubt, mehr Filtermedium unterzubringen. Ceteris paribus bedeutet eine größere Filteroberfläche einen geringeren Durchströmwiderstand und damit selteneres und geringeres Öffnen des Überdruckregelventils der Ölpumpe; bei gleichem Widerstand des Filterelements könnte man ein feineres Medium verwenden. Kurz: Purflux hätte das Potential, mit dieeem Filter etwas richtig tolles auf die Beine zu stellen.

Noch vor dem Öffnen des Filters gab es hier aber schon die erste Enttäuschung: sowohl auf der Grundplatte mit den Einlaßöffnungen, als auch im Innenrohr (also auf der „sauberen“ Seite) fand sich grauer Staub, ähnlich dem Abrieb, den ich beim Champion C165 des Plüschtiers als Abstrich aufnehmen konnte. Bevor ich darob in Panik verfiel erinnerte ich mich daran, daß ich alle bis jetzt aufgesägten Filter aufbewahrt hatte: ähnliche Ablagerungen fanden sich bei auch beim Champion C165 und dem GM-Originalfilter, die mit 0w-40 im selben Motor genutzt wurden. Dagegen waren Mann w712/80 aus dem selben Auto und Mahle OC 981 aus dem 9-5 ohne Befund.

Nach dem Öffnen des Filtergehäuses dann folgendes Bild:

Purflux LS 246, 9494km

Wo bitte ist denn hier das Rücklaufsperrventil?

 

Im Detail wirkt die Verarbeitung etwas lieblos, vor Allem verglichen mit Mann oder Mahle – die Öffnungen sind unsauberer gefertigt und nicht so fein entgratet, hinzu kommen Klebstoffreste. Am meisten verwundert mich aber das Fehlen eines Rücklaufsperrventils. Ich habe lange überlegt, welche Funktion der Ring im Oberteil des Filterementes haben mag; woanders im weiten Internet hatte gesehen, daß das Ding federbelastet sein und das Gummi des Rücklaufsperrventils gegen die Grundplatte pressen soll. Nur: bei meinem Filter bewegt sich nichts.
Verbaut(e) Purflux beim LS245 kein Rücklaufsperrventil? (Der LS 245 ist seit Mai durch den LS 188B ersetzt worden.) Oder handelte es sich bei meinem Exemplar um einen Fertigungsfehler? Oder übersehe ich etwas? Für Hinweise wäre ich dankbar.

Zum Abschluß noch einmal das Filterlement im Vergleich zu Mann und Mahle:

 

Fazit:
Auch wenn es ein furchtbares Klischee sein mag – hier drängt sich ein ähnlicher Eindruck auf wie bei französischen Automobilen: großartige Idee, leicht schlamperte Umsetzung.

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Der schwedische Simulant. Erster Akt: die Vorahnung oder das Kindersanatorium der jugoslawischen Volksarmee

Seit einem mehrmonatigem beruflichem Aufenthalt in geraumer Vorzeit hat der Verfasser Eures Lieblingsblogs profunde Sympathien für den Westbalkan entwickelt. Daß seine Angetraute – wie anscheinend alle Frauen – Urlaub mit warmem Meer zu assozieren scheint und auch die Schwiegereltern froh sind, gelegentlich den nordrussischen Sümpfen entfliehen zu können, hat sich die Adria als familiengemeinsames Urlaubsziel etabliert. Die Einen planschen, der Andere spürt den architektonischen Spuren der sozialistischen* Moderne nach. So auch letzten Herbst. Vor die Ankunft jedoch haben die automobilen Götter die Reise gestellt, und davor die Abfahrt. Diese jedoch wäre schon fast ins Wasser gefallen.
Doch beginnen wir von vorne: Die älteren Herrschaften sicher in MUC gelandet und von der Tochter mit der S-Bahn nach Hause gebracht, der Schwiegersohn noch an der Universität. Spätnachmittags fährt er los, die Fahrt verläuft auch weitgehend ereignisarm (die autobahnüblichen Mittelspurschleiche, Ohne-Schulterblick-und-nichtblinkend-Spurwechsler und die Mit-vierzig-km/h-auf-die-Autobahnauffahrer-und-dann-ganz-nach-links-Zieher sind dank des auf 700.000km Fahrpraxis geschärften siebten Sinnes zum Glück meist nur noch Ärgernis und selten echte Gefahr). Fünf Kilometer vor der heimischen Haustür wird noch einmal vollgetankt – es soll ja am nächsten Morgen direkt nach Frühstück losgehen. Zu jedem Tankvorgang hat sich der Verfasser angewöhnt, unter die Haube zu schauen und einmal mit dem Luftdruckprüfer ums Auto zu laufen. Jeder Kraftfahrer kennt es: TD vor, während und nach der Benutzung.
Motoröl: da.
Getriebeöl: auch.
Wischauffasser auffüllen: gluck.
Kühlwasser: Moment mal.
Tatsächlich: da fehlt was. Der Ausgleichsbehälter ist fast leer.

Leichtes Unwohlsein macht sich breit. Dinge gehen immer dann kaputt, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen kann. Morgen früh stehen eine vollbeladene Alpen- und Karawankenquerung an, und die darauf folgende Tagesetappe an der Küste entlang wird auch den ein oder anderen längeren Anstieg beinhalten. Ein Kopfdichtungsschaden ist das Letzte, was man in dieser Situation gebrauchen kann. Nicht nur weil das am Vorabend einer Reise so furchtbar unpraktisch ist – sondern auch, weil man sich damit (sprich: mit dem Kaufen leicht abgeranzter Gebrauchtwagen zu Spottpreisen) vor dem stets neuwagenfahrenden Schwiegervater fürchterlich zu blamieren droht.
Darüber kann ich mir später aber noch Gedanken machen: zunächst brauche ich Kühlflüssigkeit. Wasser habe ich im Kofferraum, das ist schnell nachgefüllt. Es ist wirklich nur der Inhalt des Ausgleichsbehälters, der unterwegs verlustig gegangen ist. Durchatmen. Das Öl sieht auch gut aus, keinerlei Zeichen einer Emulsion. Vielleicht doch nur eine externe Undichtigkeit, ein alter Schlauch vielleicht, ein siffender Kühler oder nur der Ausgleichsbehälterdeckel? Hoffnung kommt auf, und der Entschluß: wir wagen es. Was soll mit der goldenen ADAC-Karte im Reisegepäck auch schlimmes passieren außer etwas Zeitverlust?
Zu große Risiken sind aber Sache des Verfassers nicht. Natürlich nehme ich Kühlflüssigkeit mit – sollte der Wagen weiter Flüssigkeit verlieren möchte ich etwas zum Nachfüllen dabei haben, um ans Ziel humpeln zu können (und da Kühlmittel nicht nur dem Frost- sondern auch dem Korrosionsschutz dient mag ich dann nicht mit purem Wasser fahren). Die Tankstelle ist gut sortiert und (für eine Tankstelle) preislich recht human. Dennoch stellt mich die Wahl des Kühlmittels vor leichte Probleme. Im Handbuch steht: „nur von SAAB freigegebene Kühlflüssigkeit verwenden“. Na toll. G48 wird es nicht sein, da nicht blaugrün. G12, G40, G30? Auf keinem Label taucht Saab auf. Na gut, Mut zur Lücke, nehmen wir G12. Ab nach Hause, Augen zu, Kaffee, Frühstück, Abfahrt.

Auch diese Fahrt verläuft ereignislos. Bei jeder Rast fliegt die Haube auf – der Kühlmittelstand bleibt unverändert. An der Schengengrenze zwischen Slowenien und Kroatien staut es sich etwas, kurz darauf sind wir in Opatija. Es ist furchtbar schwül, der leichte abendliche Seewind bleibt aus. Bevor ich mich vor der romantischen Uferpromenade im Meer abkühle prüfe ich erneut alle Flüssigkeiten: alles unverändert.

Der nächste Tag führt uns in gleißender Hitze die Küstenautobahn entlang nach Süden. Dann ein paar schöne Serpentinen, und schon sind wir in Brela. (Die Bilder bitte ich zu entschuldigen; ich hatte keine Kamera dabei, nur das Telephon.)

Während Natascha mit der Vermieterin spricht fällt mir der Einser Golf auf, den der Sohn der Vermieterin wohl verhätschelt. Tatsächlich findet man eine Menge alter Autos im Straßenbild – manche als Alltagsgurken, die nur dank der klimatischen Salzarmut noch leben, andere scheinen ganz bewußt erhalten zu werden, was mir natürlich sehr sympathisch ist.
Dann sehe ich den 9-5 durch: schon wieder fehlt nichts. Weder Öl noch Wasser. War ja klar, was zuhause im Regal liegt geht nie kaputt und was man an Bord hat braucht man nie. Trotzdem wird mich ab jetzt eine leichte Nervosität immer begleiten. Die nächsten Tage jedoch sind wir vor Allem zu Fuß unterwegs.

Fußläufig zwischen Brela und Makarska liegt Krvavica mit seiner Marina und einem Campingplatz. Zwischen den Baracken des Campingplatzes, die den Betrachter an ein Pionierlager erinnern, schwebt ein UFO.

Das UFO ist ein Sanatorium für lungenkranke Kinder von Angehörigen der jugoslawischen Streitkräfte. 1961 entwarf Rikard Marasovic diesen Ring auf Stelzen; von seiner Fertigstellung 1964 bis zum Ende der 80er Jahre wurde das Gebäude in dieser Funktion genutzt. In den Kriegen der 90er Jahre war es Flüchtlingsunterkunft, danach blieb es ungenutzt und verfällt seitdem. Als herausragendes Beispiel des „kritischen Regionalimus“ ist ihm ein wirkungsvolles denkmalpflegerisches Engagement zu wünschen; die Aussichten sind jedoch leider nicht die Besten.
Zu den Hintergründen und für weitere Photos empfehle ich Balkanist.net und kukumag.com.

Makarska selbst braucht man sich dagegen nicht geben – es sei denn, man steht auf Sauf- Partytourismus balearischer Prägung.

Auf der Rückreise nehmen wir noch Split mit, dessen mittelalterliche Altstadt in den Diokletianspalast hineingebaut wurde.

Das Über-, Unter- und Nebeneinander von antherthalbtausend Jahren würde sicherlich einen längeren Studienaufenthalt rechtfertigen; hier konnte ich mich jedoch leider nicht gegen die touristische Mehrheit der Fahrzeugbesatzung durchsetzen.

Erneut übernachten wir in Opatija; diesmal hegen und pflegen unsere Vermieter einen roten R4.
Am nächsten Abend in München angekommen sind alle Flüssigkeitsstände noch immer unverändert. Dennoch werde ich dieses blöde Gefühl auf den nächsten fünfunddreißigtausend Kilometern nicht mehr los werden.

* auch wenn den Betrachter angesichts der hedonistischen Ikonogrophie des ein oder anderen Musikvideos durchaus Zweifel an der ideologischen Ausrichtung der sozialistischen föderativen Republik überkommen mögen…

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Der schwedische Simulant. Drama in drei Aufzügen. Vorrede.

Dem geneigten Leser wird nicht entgangen sein, daß die Beitragsfrequenz auf seinem Lieblingsblog im letzten Halbjahr etwas zu wünschen übrig ließ. Er wird insbesondere auch den Schwedenvectra vermißt haben, um den es seit dem Osterspaziergang und dem Zwischenfazit des Kosmetiktests recht still geworden ist. Das darf nun keinesfalls so verstanden werden, als seien die Monate mit diesem Auto ereignislos gewesen – schließlich handelt es sich um einen 9-5. In der Heimat des Verfassers pflegt man dazu zu sagen: Irgendwat is ja immer.

Hier folge nun in den nächsten Tagen, was ich Euch bis jetzt noch nicht erzählt. Die Reise wird uns in ein Kindersanatorium auf dem Balkan, auf einen Vulkan und in den Moloch der Berliner Verwaltung führen.

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Bilderaufruf: SAAB-Forumskalender 2018

2017

Wie jedes Jahr wird es auch 2018 wieder einen Forumskalender des weltbesten Saabforums geben, traditionell organisiert von Patrick „turbo_forever“ und auf echtem Photopapier ausbelichtet bei pixelfotoexpress. Dieser Kalender lebt vom Mitmachen – sowohl beim Erstellen und Einreichen wie auch bei der Auswahl der Bilder. Das genaue Prozedere entnehme der geneigte Leser folgendem Direktlink: KLICK.
Die Kurzfassung: es wird zwei Kalender geben; einen nach Publikumswahl und einen kuratierten. Je Kalender sind zwei eingesandte Bilder zulässig. Einsendungen in den Formaten JPG, TIFF oder PNG unter Angabe von Forumsaccount, optional zusätzlich Klarnamen, der jeweiligen Bildunterschrift, Baujahr und genauer Typbezeichnung des abgebildeten Autos an saabkalender2018 [ätt] gmx.de.
Bitte denkt auch daran, Patrick mitzuteilen ob ein ggf lesbares Kennzeichen im Original erhalten bleiben oder anonymisiert werden soll, und sorgt dafür, daß klar erkennbar ist welches Bild für welchen Kalender gemeint ist.
Bei den Bildern gilt: je größer, desto besser. Solltet Ihr ein Datenvolumen von 20MB überschreiten schickt die Bilder bitte nicht als Dateianhang, sondern über einen downloadlink.
Daß Ihr die Bildrechte besitzen müßte sollte nun wirklich selbstverständlich und keiner Erwähnung wert sein, muß aber leider dennoch gesagt werden…

Einsendeschluß ist der 30. September, einen halben Atemzug vor Mitternacht. Das ist nicht mehr viel Zeit – beeilt Euch!
Euer Lieblingsblog hatte in den vergangen Jahren schon mehrfach die Ehre, eine oder mehrere Kalenderseiten zu füllen. Ob ich dieses Jahr auch dazu beitragen kann steht noch in den Sternen, studien- und arbeitsbedingt mußte das Hobby leider oftmals hintenanstehen. Vielleicht finde ich aber noch wertvolles Archivmaterial im digitalen Keller, versprechen kann ich das aber nicht. Also müßt IHR jetzt liefern. Geht raus, nehmt die Kamera mit und photographiert! Oder grabt die Festplatte um, mir egal, Hauptsache die Bilder sind bis Ende des Monats da. 😉

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Der Traum vom Geländewagen

Der Autor dieser Zeilen ist offensichtlich männlich. Männer werden, wie jede Großmutter dieser Welt bestätigen wird, zwar kontinuierlich älter, jedoch nie erwachsen.
So überkommt auch den Herausgeber dieses Blogs gelegentlich der Drang, im Schlamm zu spielen. Mit dem Herumhüpfen in schlammigen Pfützen ist es ab Erreichen eines gewissen Lebensalters natürlich nicht getan. Im Unterschied zum Jungen braucht der Mann Spielzeug. Und zwar groß und laut und mit Motor. Folgerichtig ertappt sich der Verfasser dabei, gelegentlich im Netz nach Geländewagen zu stöbern. (Geländewagen, keine SUV!)

Recht weit vorne dabei ist aus nachvollziehbaren Gründen der 2121, vulgo Niva, der aber nicht mehr so heißen darf. Auch wenn der Niva nach Meinung seiner Konstrukteure kein echter Geländewagen sei, sondern „ein Pkw, der auf Straßen beliebiger Decke komfortabel hohe Geschwindigkeiten zu erreichen vermag“, und damit und mit seiner selbsttragenden Karosserie die Fahrzeugkategorie der SUV gewissermaßen erfunden hat, so ist er als automobiles Fossil charmant genug, daß man sich näher mit ihm beschäftigen sollte. Er ist auch im Serienzustand geländegängiger als alle Plastik-SUV, und als Bronto sieht er auch wirklich nett aus… Außerdem öffnet die Motorhaube nach vorne. (Jetzt wird dem geneigten Leser klar, warum ich nicht anders kann, als dieses Auto zu mögen).

Der nächste Kandidat wäre der Jeep XJ. Er ist – für ein amerikanisches Auto – recht kompakt, hat ein klares, durchaus ansprechendes Design und verbindet Geländegängigkeit (auch hier fehlen, wie beim Niva, im Serienzustand noch Sperren zum perfekten Glück) mit einem Mindestmaß an Komfort und menschenwürdiger Ausstattung. Die grüne Tachobeleuchtung erfreut das Saaabfahrerherz zusätzlich.

Und dann, dann ist da der G. Das G-Modell. Der Geländewagen, einst als Spielzeug für den Schah entwickelt, der dann in 63 Streitkräften militärische Karriere machte um in seinen absurdesten Travestien schließlich als Гелендваген Eingang in die russische Alltagssprache zu finden, und an den der Autor viele, meistens gute, Erinnerungen hat.
G. G-Modell, G-Klasse, Geländewagen, Legendewagen.

Vom Verfasser eigenhändig versenkt.

Im Januar 2014 hatte der Verfasser das Glück, anläßlich der Adventskalenderöffnung der Münchner Mercedes-Niederlassung einem Vortrag Gunther Holtorfs beiwohnen zu dürfen. Dieser Mann sollte dem reiseaffinen Publikum mittlerweile bekannt sein, falls nicht, so ginge ich nicht fehl, stellte ich ihn als den wahrscheinlich bedeutendsten Abenteuerreisenden unserer Zeit vor. Gunther Holtorf hat zusammen mit seiner Frau Christine in 26 Jahren nahezu alle Länder dieser Erde bereist und dabei mit seinem 300GD knapp 900.000km zurückgelegt. Zur Einstimmung seien dem Leser dieser wunderbare Artikel der BBC sowie  dieses schöne Stück im Spiegel empfohlen.

 

 

 

Gunter Holtorf kann nicht nur photographieren, er ist auch ein begnadeter Erzähler. Einen Videomitschnitt seines Vortrages in der Berliner Niederlassung findet Ihr hier; ein Interview mit Blicken auf Finanzierung und vor Allem mindset gibt es auf Matsch und Piste. In Zusammenarbeit mit dem Stern entstand das umfassende Projekt Ottos Reise.

Das Auto hat mittlerweile seinen Platz im Mercedes-Benz Museum gefunden. Vor gut einem Jahr hat die Nutzfahrzeug-Sparte Daimlers in Zusammenarbeit mit dem Unimog-Museum ein paar Influencer in ein paar Autos auf einer windigen Wiese im Schwarzwald übernachten lassen; Johannes Schlörb von fuenfkommasechs.de hatte die Ehre, „Otto“, jenen legendären chinablauen 300GD zu bewohnen – und brachte Herrn Holtorf dazu, noch ein bißchen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Was lange währt wird endlich gut, sagt der Volksmund – das gut einstündige Video dazu wurde am Wochenende endlich veröffentlicht, inklusive einer Menge Filmmaterial aus dem Konzernarchiv.

Damit haben Johannes, Gunther und Otto es geschafft, daß ich wieder nächtelang vor den einschlägigen Automobilbörsen hocke. Wo ich doch gerade beschlossen hatte, daß ein Auto ja eigentlich auch ausreichen müßte. Eines Tages…

Bilder des Münchner Vortrages: (c) René Rollin.

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Fuhrparkumbau: das Plüschtier geht.

Seit anderthalb Jahren war das Plüschtier sowohl in den einschlägigen Börsen wie auch bei classic trader inseriert. Zwei Messebesuche, Hockenheimring und Berlin, waren ebenfalls Teil der Vertriebsoffensive.
Im Juni ging es dann plötzlich schnell: ein paar emails, ein Telefonat, eine ausgedehnte Probefahrt, ein nettes Abendessen und am nächsten Tag wechselte der Wagen den Besitzer. Kurz deutete sich dabei ein ungeheurer Zufall an: eine Freundin des Käufers hatte in Belgien einen 900 GLE in genau dieser Farbkombination gehabt… aber die Namen in den Dokumenten stimmten dann doch nicht überein. Die Welt ist klein, aber so klein dann doch nicht.

Photo: René Rollin

Im Anschluß durfte der Neuerwerber Bekanntschaft mit der bekannt unfähigen Berliner Verwaltung machen: der nächstmögliche Termin zur Ummeldung war dreieinhalb Wochen später. Berlin als failed state. Im zivilisierten Rest Deutschlands geht man am nächsten Tag zum Amt und eine halbe Stunde später ist der Drops gelutscht. Aber dit is ebent Berlin, wa. 

Das Plüschtier läuft (jetzt auch offiziell) im Umfeld des lesenswerten DAMN Magazine. Architektur, Design, moderne Kunst… es gäbe keine passendere Umgebung für einen stilsicher gefärbten 900.

Schade ist nur, daß ich jetzt das Trendverhalten der Verschleißmetalle nicht mehr direkt beobachten kann. Aber von Charlottenburg nach Schöneberg ist es nicht weit, vielleicht hält der Kontakt über ein paar Ölwechsel hinaus.

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