Sie wehrt sich!

Es gibt Leute, die billigen Gegenständen eine Seele zu. Insbesondere alten Autos. Zwar bin ich kein Animist, aber Schneewittchen beispielsweise ist unzweifelhaft weiblich. Wie (fast) alle Autos und wie Schiffe und Flugzeuge auch. Das macht nämlich gelegentliche Zickigkeiten für Nutzer und Halter psychologisch leichter erträglich, weil verständlich. Man kennt es ja. (Konsequenterweise sind die einzigen männlichen Autos alte Mercedes mit Vorkammerdiesel. Die sind zuverlässig und berechenbar, aber eben auch eher etwas simpler gestrickt…)

Schneewittchens zarte weibliche Seele muß also mitbekommen haben, daß mir vorletzte Woche ein unmoralisches Angebot gemacht wurde. Oder sie hatte den Kauf der Vectra übelgenommen. Jedenfalls reagierte sie, wie zu erwarten war: mit schlechter Laune. Und einer Szene.

Dabei hatte die Geschichte eigentlich ganz nett angefangen. Ich hatte vor einigen Wochen in einem leichten Höllenritt von Berlin über Prag und Wien zwei linke Türen nach München geholt. Die alten waren wirklich nicht mehr schön. (Wenn Du das liest: Danke, Gerald!) Die Türen lagerte ich bei einem Freund in der Garage ein, weil mein Münchner Schrauber Frank Trubendorffer noch nicht wieder zurück war.

Kombinationskraftwagen sind völlig überbewertet. Eine Stufenhecklimousine reicht auch für den Transport sperriger Karosserieteile völlig aus.

Kombinationskraftwagen sind völlig überbewertet.
Eine Stufenhecklimousine reicht auch für den Transport sperriger Karosserieteile völlig aus.

Dabei hängten wir noch das Seil der Motorhaubenentriegelung wieder ein, das sich beim TD beim letzten Tankstop selbständig gemacht hatte und fluteten den Mechanismus mit Ballistol. Wir, das heißt: Alex reparierte und ich stand daneben und gab dumme Sprüche. Jeder nach seinen Fähigkeiten.

Dann kaufte ich die schwedische GM-Ranzbimmel. Schneewittchen verblieb beim Käufer, den ich schon seitgeraumer Zeit kenne, und der ernsthaft mit dem Gedanken spielt, sich einen 900 anzulachen – mit der Auflage „hab‘ Spaß – aber mach sie nicht kaputt…“. Also tat M. auf den Landstraßen des Pfälzer Waldes und des Elsaß wie geheißen, und Schneewittchen hatte offensichtlich auch ihren Spaß, denn: „der e28 M5 ist mir jedenfalls nicht weggefahren!“. Eine leichte Garstigkeit erlaubte sie sich aber doch, denn bei der ersten Vollbremsung wollte sie rechtwinklig abbiegen. Den Rest der Ausfahrt benahm sie sich aber.
(Ein Artikel mit den Bildern der Ausfahrt wird folgen.)
Dann brachte ich das Plüschtier bei M. vorbei, der sie zur Ausbesserung der Klarlackschäden an Motorhaube und Heckdeckel seinem Lackierer vorstellen wird. Zurück fuhr ich mit Schneewittchen, hatte bei auf der linken Spur ebenfalls einigen Spaß und kam wohlbehalten, wenn auch mit leerem Tank, wieder in München an.

In dieser Nacht kam die verhängnisvolle email. Daß ich das Plüschtier verkaufen will ist kein Geheimnis. Veronicas Käufer hatte in den Wochen nach dem Kauf festgestellt, daß er auch unbedingt einen 900 braucht. Und so hatten wir an einem Donnerstag Abend wiederholt, was schon zum Eignerwechsel des Schwedenfiat geführt hatte: eine nicht ganz ernstgemeinte Probefahrt mit Kaufberatung und Einweisung in die typischen 900er-Schwachstellen. Das endete, erwartungsgemäß, ohne Transaktion, aber mit einer bemerkenswerten Aussage: „Das ist ein tolles Auto, aber mit der Dreigangautomatik nichts für mich und meinen Fahrstil. Das ist ein Auto für jemanden, der schon einen anderen 900 im Alltag fährt. Der kann sich dann am Samstag mit einem Glas Wein in der Hand in die Garage vor dieses Auto setzen und es schön finden.“ So weit, so gut. Freitag holte ich das Schneewittchen zurück, über das Wochende kam eine mail. Ob ich mir vorstellen könnte, beide meiner 900 im Paket zu verkaufen? Vorausgesetzt, dat Schneewittchen führe tatsächlich so, wie man immer erzähle. Und da stand eine Zahl, die mich ernsthaft nachdenken ließ.

Bei der nächsten Fahrt versagten die Bremsen.
Eigentlich fuhr sich das Auto ganz normal und die Bremsen sprachen auch genauso gut (oder weniger gut) an, wie es die alte Girlingbremse nun einmal zu tun pflegt. Aber dann verschätze ich mich an einer Gelbphase und mußte etwas schärfer bremsen. Der zusätzliche Pedaldruck führte jedoch nicht zu einer stärkeren Bremsung. Es passierte einfach nichts, die Bremse bremste genauso gemächlich weiter wie zuvor. Als ob der Bremsdruck ab einem bestimmten Schwellenwert ins Nichts verschwände. Aber das Pedal fiel nicht durch… das Auto bremste einfach nicht mehr stärker. Hatte M. bei der M5-Hatz vielleicht die Beläge verglast?

Für den nächsten Werktag war eh ein Werkstattbesuch geplant. Die planmäßige 590.000km-Inspektion war überfällig, außerdem sollten endlich die neuen Türen montiert werden. Frank entdeckte auch recht schnell, daß die recht verwitterten Schwimmsättel auf ihren Führungen etwas hakten. Und als aus dem vorderen linken Sattel auch noch etwas Bremsflüssigkeit heraussuppte war klar: die müssen neu. Bremsschläuche macht man bei der Gelegenheit direkt mit.
Donnerstag morgen waren die Sättel da. Für Freitag war die entscheidende Probefahrt angesetzt. Das könnte noch klappen. Am Abend war ich wieder in der Werkstatt, Frank wurde gerade fertig.

Bei der Probefahrt trat man ins Leere. So, als wäre die Bremse nicht richtig entlüftet. War sie aber. Und es zischte aus Armaturenbrett und Fußraum. Die weitere Fehlersuche wurde auf den nächsten Morgen vertagt. Schneewittchen hatte vorerst gewonnen.

Zum Glück hatte Frank noch einen gebrauchten Hauptbremszylinder und einen Bremskraftverstärker im Lager. Freitagabend ging es dann endlich zurück nach Berlin. Die Verkaufsprobefahrt fand nicht statt.

Seitdem benimmt Schneewittchen sich wieder.

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Fünf Tage – fünf Defekte. Oder: Wie GM ein tolles Auto ruiniert hat (und warum ich es trotzdem mag)

Der 9-5 hätte eigentlich ein großartiges Auto werden können.

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Er fährt sich schön – komfortabel, selbst mit den unnütz großen 17-Zöllern leidlich geschmeidig abrollend und dabei für ein Auto seiner Größe und seines Gewichts überraschend agil. Er ist – für ein modernes Auto – recht übersichtlich. Er ist leise, die Sitze sind sehr gut, die Klimaautomatik arbeitet effizient und dabei zugfrei, und vor Allem ist das Bedienkonzept eines Saabs würdig. Alles ist da, wo es hingehört, auch der Zündschlüssel (das war ja der schlimmste Frevel des 9000), die Elemente in logischen Gruppen geordnet, gut erreichbar und blind bedienbar.
Und wirklich großartig, anders kann man es nicht nennen, ist das night panel. Das Armaturenbrett – mit Ausnahme des Tachos – komplett verdunkeln zu können ist auf langen Nachtfahrten eine nicht zu unterschätzende Erleichterung. Wer jemals das schwere Schicksal erleiden mußte, mit einem aktuellen KdF-Wagen länger als 15 Minuten nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sein zu müssen, der versteht augenblicklich.
Dazu noch pfiffige Details wie der großartigste Becherhalter der amerikanischen Automobilhistorie oder der Einkaufswagenmünzenhalter, so daß man selbst über die zu kleinen Ablagen in den Türen hinwegsehen könnte.

Auch der Motor gefällt mir. Ich hatte im Vorfeld gezweifelt, ob ich in einem so schweren Wagen mit so wenig Leistung glücklich werden könnte. Nicht, weil ich besonders häufig schnell führe, sondern weil ich es schätze, wenn ein Auto im Bedarfsfalle mühelos beschleunigen kann. Hier hat mich der 2.0t wirklich positiv überrascht. Sein Spielzeuglader pustet zwar nur mit maximal 0,4 bar Ladedruck; aber weil er so winzig ist und sofort anspricht ist kein Turboloch mehr spürbar. Gar keines.
Mangels Ladedruck bleibt auch der Tritt in den Hintern aus, oder, wie ich es in einem Mercedes-Forum mal gelesen habe – „… und dann frißt das Tier unter der Haube die Straße einfach auf.“ Hier nicht.
Es passiert stattdessen: nichts. Man merkt einfach gar nicht, daß dieser Motor aufgeladen ist. (Das läßt auch den Frevel, auf die Ladedruckanzeige zu verzichten, fast verzeihen.) Nein, dieses kleine Vierzylinderchen mit Spielzeuglader fühlt sich durch sein Ansprechverhalten und seine Drehmomententfaltung „aus dem Keller“ so an wie ein wesentlich größerer Saugmotor. Die Aisin-Fünfgangautomatik harmonisiert sehr gut damit. Man schwimmt anstrengungslos im Verkehr mit, ja, man ist gegenüber den Start-Stop-Hindernissen und den unharmonischen vielschaltenden Dieseldrehmomentbergen sogar sehr flott unterwegs, ohne daß man jemals ungebührlich hoch drehen müßte. Klar: obenrum kommt nicht mehr viel nach. Es sind halt doch nur 150 PS. Aber das, was im Drehzahlkeller sofort an Drehmoment zur Verfügung steht, das reicht aus, den Wagen deutlich agiler erscheinen zu lassen als beispielsweise den 9000 v6. Und damit ist der 9-5 auch mit seiner kleinsten und schwächsten Machine mehr als angemessen motorisiert.

Und schließlich die Form! (Jedenfalls als Sedan.) Daß der 9-5 bereits vor 19 Jahren – im Herbst 1997 – das Licht der Welt erblickte wollte keine der repräsentativ befragten (n=3) Testpersonen glauben. Zu modern wirkt die Form immer noch. Und dabei verzichtet sie gänzlich auf unnütze Aggressivität und ist auch nicht mit wilden Sicken, Zacken und Kanten überladen. Gerade, klare Linien, zwei Lichtkanten – das reicht und verschafft dem Auto gerade wegen seiner Zurückhaltung eine starke räumliche Präsenz.

Dem Saabkenner schließlich fällt sofort die Hockeyschlägerlinie ins Auge. Dann entdeckt er die tief in die Seite heruntergezogene Motorhaube, folgt der Lichtkante und begreift erst jetzt, wie oft und wie stark der 9-5 den 900 Sedan formal zitiert. Daß dabei aber eine zeitlose, moderne Form herauskommt und kein schlimmer Retrokitsch, das ist die wesentliche und besondere Leistung des Designteam um Einar Hareide.

Das liest sich jetzt ziemlich begeistert. Und ja: der 9-5 macht Spaß.
Aber Überschrift und Einleitungssatz haben ihren Grund.

1) Keine hundert Kilometer nach der Übergabe, bei der alles, ich wiederhole, alles fehlerfrei funktionierte ging der Kofferraum nicht mehr auf. Der läßt sich nämlich nur durch die Fernbedienung im Zündschlüssel oder über einen Knopf in der Fahrertür entriegeln. Oder über die umgeklappte Rückbank, wenn nämlich – wieder einmal – der Kabelbaum gebrochen ist und man über die umgeklappten Rücksitze in den Kofferraum gekrochen ist, dort die Kofferraumverkleidung demontiert und dann mit sanfter Gewalt die Mechanik des Stellmotors zum öffnen überredet hat. (So etwas überlasse ich seit meiner Doppelinkshändigkeitsdiagnose mit funktionaler Zehndäumigkeit meinem Münchner Exotenschrauber Frank Trubendorffer, der mittlerweile in die Kreillerstraße 18 umgezogen ist).
Eine kurze Recherche führte zu dem Ergebnis, daß die Frage nicht lautet, ob ein 9-5 von diesem Fehler betroffen ist, sondern nur wann – und wie oft.

2) Einen Tag später leuchtete während der Fahrt mit nervigem Gong die Weihnachtsbaumbeleuchtung im Armaturenbrett auf, bestehend aus rotem Warndreieck, „Brake“, sowie den ABS- und ESP-Symbolen. Ein reboot an der nächsten Anhaltemöglichkeit tat gut. Lustigerweise wird beim Selbsstest bei eingeschalteter Zündung kein Fehler ausgegeben.
Seitdem trat der Fehler wiederholt auf, manchmal brachte der reboot für den Rest der Fahrt Abhilfe, manchmal ging es nach 500 Metern wieder los. Auch dieser Fehler scheint nicht unüblich zu sein; manchmal ist ein ABS-Sensor der schuldige, oft aber das Steuergerät der Zentraleinheit des ABS-Systems. Das Ding aus meinem Auto war schon einmal bei BBA-Reman zur Reparatur – ob es erneut defekt ist, es doch an einem Sensor oder aber an einem Kabel liegt werden weitere Tests zeigen müssen. Gemeinerweise ist der Fehler nicht reproduzierbar.

3) Die Verstellung der Außenspiegel funktionierte nicht mehr in alle Richtungen. Nachdem ich sie zwei Tage in Ruhe gelassen hatte ging sie letzten Donnerstag plötzlich wieder.

4) Dafür versagte aber die Hupe. Nach wildem Herumdrücken auf dem Lenkrad läßt sie sich mittlerweile wieder zu gelegentlicher Mitarbeit überreden, klingt dabei aber recht geqält.

5) Die Fensterscheibe der Fahrertür rappelt und scheppert in abgesenktem Zustand.

Der fünfte Punkt schließlich leitet über zur allgemeinen Abscheu vor dem, was Mary Barra vermutlich einst zu Ihrem Ausruf „no more crap cars!“ verleitete.
Kurz: sowohl die Verarbeitungsqualität im Detail als auch die Materialwahl sind unterirdisch schlecht.
Das beginnt bei hauchdünnem Plastikleder, geht über kratzemfindliches und speckiges Hartplastik im Cockpit und klebrige, sich auflösende Soft-touch-Elemente, ausfasernde Sicherheitsgurte, fleckig verfärbte Türgriffe, wüst oxidierende Spiegelfüße hin zu sich selbst ausklipsenden Schutzleisten in den Stoßfängern.
Schaut man genauer hin, so ist ein 14 Jahre alter 9-5 einfach nur eine abgerockte billige Ranzkarre. Wer das schwere schottische Leder eines 900 oder 9000 gewohnt ist, die gepolsterten Türpappen des 900 oder auch nur die unverwüstliche Beständigkeit der nicht schönen, aber ehrlichen Plastikwüste im 9000, der kann nicht anders als sich verarscht vorzukommen. Sowas erwartet man in einem 80er- oder 90er-Jahre Kleinwagen, aber eines Saab und vor Allem eines Auto in dieser Preisklasse ist das unwürdig. Wir erinnern uns: der 9-5 sollte gegen E-Klasse und Fünfer bestehen können. Das konnte nur schiefgehen.

Und dennoch: ich mag den Wagen. Er macht trotz allem Spaß. Genau wie in in 900 und 9000 bleibt man, wenn man nach sechsstündiger Nachtfahrt an seinem Ziel ankommt, erst einmal im Auto sitzen und bedauert, jetzt schon aussteigen zu müssen. Das hatte irgendjemand im Saabforum einmal als Kern des Saabfahrens definiert. Clarkson nannte das den „Saab smile“.
Wahrscheinlich wird mich dieses Auto mit mechanischen und elektronischen Macken in die Weißglut treiben. Aber ein Saab darf das. Und so habe ich am dritten Tag direkt einen Satz nagelneue Michelin Primacy 3 aufgetrieben und am vierten Tag montieren lassen. Und so werde ich wohl noch viel mehr auftreiben und noch viel mehr Geld ausgeben, auch wenn ich der 9-5 nur eine billige Ranzkarre ist.

Man schaue sich nur die Bilder an. Wenn ein Auto so aussieht, so fährt und vor Allem mich so oft zum lächeln bringt, dann darf es ziemlich viel.

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Fuhrparkumbau: … 9-5 kommt.

Wie kauft man ein Auto? Man wird sich über seine Bedürfnisse klar und trifft eine Vorauswahl. Dann recherchiert man zu den Fahrzeugen dieser Vorauswahl, studiert Kaufberatungen und Foren, erkennt Fehlkonstruktionen und Mängelkönige und schließt diese konsequent aus. Im nächsten Schritt sichtet man Anzeigen aus dem verbleibenden Pool, fährt zu einigen Fahrzeugbesichtigungen; prüft und fährt gründlich Probe, verhandelt ein bischen und kauft dann das vom Erhaltungszustand her beste Auto, das man auftreiben kann.

So die Theorie.

Im echten Leben erwähnt ein guter Bekannter an einem Grillabend, daß er mit seiner neuer Stelle einen Dienstwagen samt Tankkarte bekäme und er deshalb sein Alltagsauto bald nicht mehr bräuche. Und bevor er das irgendwo inseriere… mit LPG sei der Wagen doch für mich als Langstreckenkilometerfresser sicher interessant? Und dann nennt er einen Preis, der angesichts der Kosten einer Gasanlagennachrüstung (in diesem Falle: Vialle LPI) einen deutlich negativen Kaufpreis für das Auto alleine ergibt.
Im echten Leben rechnet man dann kurz nach und kommt zu dem Ergebnis, daß selbst bei halbierter Jahresfahrleistung das Nichtkaufen dieses Autos jährlich gute 1500 Doppelmark teurer sei als ein Kauf. Obwohl man doch eigentlich den Fuhrpark reduzieren und sich die Fixkosten eines dritten Autos sparen wollte. Obwohl der 9-5 ein GM-Saab ist. Obwohl der 9-5 (völlig zu Recht!) die Goldene Möhre 2003 der Autobild erhielt.

Das Auto hatte auf diesem Blog schon einmal einen Cameo-Auftritt.

Immerhin: An diesem Wagen funktioniert alles; die Klimaanlage friert tief, das Fahrwerk ist fest (woran Matthias auch nicht unschuldig ist, der da schon einige Teile ersetzt hat), die Ölwanne war schon schonmal ab und das Ölsieb ist frei, es sind keine Fehler im Speicher hinterlegt und der der Vorvorbesitzer hatte keine Kosten und Mühen gescheut und bei der Umrüstung einen Biopower-Kopf verbauen lassen (angeblich hätten die andere Ventilsitzringe und die natriumgekühlten Auslaßventile der frühen aeros). Außerdem handelt es sich um das Modelljahr 2003, was leider schon das Facelift-Gesicht trägt, aber schon die besseren Sitze hat und vor Allem eine geänderte Abgasanlage mit zwei Katalysatoren, die das Problem des die Ölwanne grillenden Kats der ersten Serie abmildert. 2003 hat zum Glück noch einige nette Ausstattungsdetails, die ab 2004 dann weggespart wurden, wie zum Beispiel die Türausstiegsbeleuchtung. Mit nur 150PS des Zweiliter-Softturbos ist der Wagen deutlich mindermotorisiert, aber das ist Fluch und Segen zugleich: bei 0,4 bar Ladedruck sollte die bei den stärkeren 9-5 sehr reale Gefahr zerbröselnder Origamikolben vernachlässigbar sein.
Etwas Oberflächenrost an einer Tür und an einem Radlauf, aber nichts, was unbeherrschbar wäre, dazu ein paar Schlüsselkratzer. Matthias bombardiert mich zwar noch mit Bildern vom Unterboden, aber die Entscheidung hatte ich längst gefällt. Es erfolgt ein fernmündlicher Handsschlag, Matthias meldet den Wagen ab und schickt mir die Papiere zu. Am Morgen nach dem Gewaltmarsch Berlin-Prag-Wien-München zur Abholung von Schneewittchens neuen Türen (Bericht folgt) bin ich auf der Zulassungsstelle und kann mir das einzig angemessene Kennzeichen sichern.
Am folgenden Montag gondele ich dann gemütlich in die Pfalz. Auf dem Weg überschreitet Schneewittchen die 590.000km. (Es folgt also bald die nächste Ölanalyse).

Nicht mehr weit zur 600.

Nicht mehr weit zur 600.

Ich treffe etwas vor Matthias an der Halle ein und schaue mir das erste Mal meinen Kauf etwas genauer an.

Autos unter 300.000km sind mir grundsätzlich suspekt. Kann es diesmal gutgehen? Der nächste Tag wird diese Frage schon beantworten. Die Vorahnung wird den geneigten Leser nicht trügen…

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Fuhrparkumbau: 9000 geht…

Kurz nach eins erreiche ich mit einer Mitfahrgelegenheit den Kölner Hauptbahnhof. Ich suche den Eingangsbereich nach Fahrkartenautomaten ab und finde keinen. Dann werden sie wohl, wie üblich, auf den Bahnsteigen stehen.
Ich finde raus, daß meine Regionalbahn um 13:23 geht und begebe mich zu Gleis drei.
Es gibt keine Fahrkartenautomaten.
Eine wohl allenfalls ehemals hübsche Bahnbedienstete führt mich in einen Seitentrakt, wo die Automaten getarnt in die Wand eingelassen sind. Um 13:26 halte ich die Fahrkarte in der Hand. Die Regionalbahn ist weg.
Um 13:31 geht eine S-Bahn ab Gleis 10. Ich sprinte los. Vorbei an Rentnern, Junkies, Touristen und Kindergartengruppen.
Auf der Rolltreppe verlegt ein gestrandeter Landwal den Weg. Ich quetsche mich vorbei. 13:30. Der Zug ist an der Anzeigetafel angeschlagen, aber nirgends zu sehen. Da sehe ich das Kleingedruckte: „Kurzzug hält im Abschnitt A“. Und tatsächlich: am anderen Ende des Bahnsteiges steht ein Triebwagen.
Ich sprinte los, vorbei an Rentnern, Junkies, Touristen, Kindergartengruppen und Landwalen.
Um 13:31 bin ich noch 10 Meter entfernt. Der Zug fährt los.

In einer amerikanischen Bulettenbraterei führe ich meinem ausgemergelten Körper die soeben verbrannten 3500kcal zu, während ich auf den nächsten Zug um 14:23 warte. Dieser hat übrigens zehn Minuten Verspätung. Angeblich. Es bleibt spannend.

Was zur Hölle mache ich in Köln? Warum fahre ich Bahn? Beides ist verwerflich und beides zusammen erst…
Nun, die Antwort ist einfach. Verpflichtungen. Verpflichtungen, die ich selber eingegangen bin.
Wenige Wochen zuvor hatte mein Tiefgaragenvermieter einem Mitforisten im schwäbischen Altmetallforum den Hinweis gegebe, ich kenne mich mit alten Saabs leidlich aus. Dieser Mitforist hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, einen Vorfacelift-9000-turbo mit Automatik zu erwerben. Einen Griffin hatte er sich schon angeschaut, den ich ihm ausreden sollte. Während ich ihm dann versuchte, den 9000 CC grundsätzlich auszureden und ihn in Richtung CS/CSE zu lenken wurde schnell klar: nein, hier geht es nicht um Alltagstauglichkeit oder das bessere Auto, hier geht es um Grundsätzliches. Um Ästhetik. Um Stil.
Und so traf man sich, um am Beispiel Veronicas eine Kaufberatung am lebenden Objekt durchzuführen und exemplarisch durchzuexerzieren, wo man beim 9000-Kauf hinschauen und wo weghören – und wann man weglaufen muß. Im Vorfeld hatte ich dem Käufer, der witzigerweise nicht nur meine Initialen, sondern auch meinen Vornamen trägt, schon die Scans der Wartungs- und Reparaturhistorie des Autos zukommen lassen, damit er ein Gefühl für die Kosten der kleineren und größeren Katastrophen bekommt, die den Saabfahrer erfahrungsgemäß heimsuchen. Bis hierhin verlief alles nach Plan. Und dann fragte M. plötzlich: „Jetzt sag schon, was willst Du für Deinen haben?“
Aber er wollte doch eigentlich einen Automaten? „Ja, aber Dein Auto kenne ich jetzt. Du hast Dir alle Mühe gegeben, mir den Wagen auszureden – da sollte es also keine bösen Überraschungen mehr geben. Und schließlich muß ich enfach jedes Auto mit lückenloser Historie kaufen.“ Schnell stand auch eine faire Zahl im Raum.
Aber der Wagen hatte gerade die 320.000 überschritten, die Inspektion war fällig, sämtliche Flüssigkeiten sowieso, und dann war mir kurz zuvor ja noch die Instrumentenbeleuchtung teilweise ausgefallen. Außerdem zeigte sich bei der Probefahrt, daß die Antriebswellen zu randalieren begannen, sobald man bei Lenkeinschlag etwas Leistung abverlangte. (Das hatte ich nie bemerkt, ich fuhr mit dem Auto ja nur geradeaus.) So kann man ein Auto natürlich nicht übergeben. Frank ist komplett ausgelastet, HFT aber kann den Wagen dazwischenschieben. Einen Tag nach dem Verkauf stand der Wagen also in Windeck.

BILD

Und deshalb sitze ich jetzt bei unmenschlicher Gluthitze im Kölner Bahnhof und warte auf meinen Zug. Der kommt auch irgendwann. Und dann bummeln wir – mit einer pubertären Schulklasse – durchs Rheinland in den Westerwald.
Vom Bahnhof Schladern aus ist es noch ein kurzer Fußmarsch, über die Sieg hinweg, und dann den Berg hoch.

Recht idyllisch.

Recht idyllisch.

Auf halber Höhe das Gewerbegebiet; kurz vor vier Uhr erreiche ich die Werkstatt. Veronica steht an der Straße. Eine kurze Probefahrt mit Übergabegespräch noch, dann wirft der Chef fünf Liter selbstgekelterten Riesling in den Kofferraum, die unser luxemburger Saabfreund L. anläßlich der Getrieberevision seines lxy bei ihm deponiert hatte – ein kleines Dankeschön für das Bekanntmachen seines rosafarbenen 9000. Da sage nochmal jemand, dieses Blog werfe keine Früchte ab.
Dann bin ich auch schon wieder auf dem Rückweg. Ich fahre zügig (aber nicht ungezügelt) und lasse den Wagen auf den freien Autobahnabschnitten zum Abschied etwas laufen. Er dankt es mir, indem er den Schnitt über 80.000 Kilometer um 0,2 Liter nach oben schiebt. Turbo läuft, turbo säuft.

Am nächsten Morgen wird sich eine Waschanlage finden, die früh genug öffnet. Ein letztes Mal befreie ich den wagen vom Berliner Staub und zahllosen Insekten. Ein letztes Mal reibe ich das Leder mit dem geheimen Zeugs ein, das mir Markus mitgegeben hatte. (Die Flasche geht genau beim letzten Sitz zur Neige.) Und dann stehe ich vor der Tiefgarage des Käufers, und dann passiert das, was der Jurist den Zeitpunkt des Risikoübergangs nennt. Um halb neun steht das Auto ohne Nummernschilder auf seinem neuen Tiefgaragenplatz.

tiefgarageohneschilder

Zuhause mache ich dann die Abrechnung. Als gelernter Bürokrat halte ich bekanntlich alle fahrzeugbezogenen Ausgaben nach. Man hört ja oft das Wort schönrechnen. Da steckt die Unterstellung drin, man frisiere die Eingaben so lange, bis ein erträgliches Ergebnis herauskäme. Aber das braucht man gar nicht. Ja, ein alter Saab ist teuer. Erschreckend teuer. Und der Kaufpreis macht nur einen Bruchteil davon aus. Vor Allem, wenn man als zehndaumiger Doppellinkshänder jede Arbeit in die Werkstatt geben muß. Aber gleichzeitig ist Saabfahren auch unglaublich billig. Jedenfalls, wenn man gewisse Ansprüche an Komfort, Fahrspaß und Stil hat. Wo sonst könnte man denen denn günstiger entsprechen?

Abslout teuer, relativ billig.

Abslout teuer, relativ billig.

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Freud und Leid: Sylvensteinspeicher

Vor zwei Wochen war Schneewittchen auf der Reise von München nach Berlin leck- und vollgeschlagen und hatte sich nur durch ausdauerndes Lenzen bis in den rettenden Hafen schleppen können.
Ich besorgte dann etwas Stahldraht, öffnete die verstopften Abläufe des Schiebedaches und auch die ironischerweise vom Rostschutz (Fluid Film) verlegten Ablaufstopfen des Unterbodens.

Teppiche und Dämmatten wurden angehoben und mit dem Türeinstiegsleisten hochgehalten, um das Abtrocknen zu ermöglichen. Unterstützend wurde mit Handtüchern nachgeholfen, die unter den nicht anzuhebebenden Teil der Dämmatten gefiemelt wurden und der Kapillarität sei Dank ebenfalls Feuchtigkeit herauszogen.

Nach zwei Wochen war es jetzt endlich soweit: der Kahn war wieder trocken. Bei furchtbarstem Kaiserwetter ging es dann auf die Deutsche Alpenstraße. Am Sylvensteinspeicher wurde gerastet, kurzerhand ein praktischerweise direkt danebenstehender Berg erklommen und sich anschließend im Walchen erfrischt. Der Rückmarsch erfolgte über den Achenpaß.

Ende gut, alles gut? Mitnichten. Im Sylvensteinsee verborgen liegen die Grundmauern des Dorfes Fall, das beim Bau der Stauanlage überflutet wurde. Welch fieses Omen.
Im abendlichen Unwetter, das unter anderem auch zur Einstellung des Betriebes auf der Berchtesgadener Bahn zwang (als ob die Deutsche Bahn irgendwelche äußeren Anlässe zur Unpünktlichkeit bräuchte), hieß es erneut: Wassereinbruch. Wieder rechts. Diesmal aus der rechten Vordertür. Dabei waren doch auch deren Abläufe gerade erst freigelegt worden…

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Wassereinbruch!

Das muß das Boot abkönnen“ – der Standardsatz, mit dem jeder volljährige männliche Deutsche ein beliebiges Ereignis oder eine beliebige Belastung kommentiert, der er eine Sache aussetzt, wenn diese entweder für diese Belastung nicht ausgelegt wurde, grotesk zweckentfremdet wird oder er einfach vor Angsthasen oder Leuten mit zutreffenderer Risikobewertung nur cool dastehen will. (Hier sein am Rande angemerkt: so ein Saab 900 kann eigentlich schon eine ganze Menge ab.)

Kein Boot ist wirklich wasserdicht. Ein Saab 900 ist kein Boot. Boote haben Lenzpumpen. Ein Saab 900 hat sowas nicht. Aber zum Glück gibt es Kaffeebecher.

Am Sonntagabend war ich auf dem Rückweg ins Hauptwrack. Aufgrund der absurd vielen und langen Baustellen hatte ich mich entschlossen, den besonders staugefährdeten Abschnitt der südlichen A9 zu umgehen und fuhr über Landshut und Regensburg. (Das verlängert die Strecke um gute 50km, aber alleine die Tempolimits auf den Baustellenabschnitte der A9 kosten soviel Fahrzeit, daß nur eine klitzkleine Stauandeutung die Umfahrung schneller machen würde.) Von diesen gut 635km Fahrstrecke erfolgten nur ungefähr 30 nicht bei Regen. Der Rest brachte Niederschläge in den unterschiedlichsten Intensitäten, vom leichten Nieseln über gewöhnlichen Landregen bis hin zur Sintflut. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke vermeinte ich nach einem besonders heftigen Weltuntergang kurz einen leicht süßlich modernden Leichengeruch wahrzunehmen, dachte mir aber zunächst nichts weiter dabei. Gut 100km später sah ich dann aus dem Augenwinkel Wasser im Beifahrerfußraum. Der befahrerseitige Fondsfußraum war zu diesem Zeitpunkt schon zentimeterhoch geflutet. Kurz danach entstanden die obigen Bilder. Nach dem Leerschöpfen ging es weiter; auf den restlichen Kilometern bis Berlin schlug die Steuerbordseite wieder voll.
An Backbord hingegen blieb es über die gesamte Fahrt knochentrocken.
Was da allerdings im rechten Schweller geruchsstark modert mag ich gar nicht wissen…

Wo kommt das Wasser her? Dem Augenschein nach aus dem Schweller. (Ein Loch im Fußboden scheidet aus; da sind erst letzten Dezember für eine vierstellige Summe Bleche eingebraten worden.) Im günstigsten Fall wäre es nur ein zugesetzter Schiebedachablauf; das Wasser würde sich dann seinen Weg durch die Karosserie suchen und über A-und B-Säulen in den Schweller laufen und von dort dann in die Fußräume. (Die Schweller haben, unter dem Teppich versteckt, einige kleinere Bohrungen zur Fußraumseite hin.)
Denkbarer, aber bedeutend ungünstiger wäre auch, daß die Schwellerspitze morsch sei, beispielsweise dort, wo die Schmutzlappen angesetzt sind, und das Vorderrad dann Wasser in den Schweller schaufele.
Der Autor wird nach bewältigtem Tagwerk sich um den Erwerb einiger Meter Draht bemühen, um eventuelle Drainageprobleme des Schiebedaches zu beheben. Und er wird sich vermutlich genötigt sehen, mit zwischen den Stellungen „Sauna“ und „Plastik schmilzt“ aufgedrehter Heizung und gelösten Türeinstiegsleisten ein bis fünf Runden auf dem Berliner Ring zu drehen, um das Trocknen zu unterstützen und weitere Verwesungsprozesse zu unterbinden. Zwar hat der Verfasser, wie wohl jeder pubertäre Gymnasiast, seinen Benn gelesen; an Wasserleichen jedoch reizt ihn nur deren literarische Be- und Verarbeitung, nicht jedoch deren olfaktorischer Aspekt.

Lustige Tatsache am Rande: Saab hat tatsächlich einmal Boote gebaut, weil man nach dem zweiten Weltkrieg nicht wußte, was man sonst mit den für den Flugzeugbau gebunkerten Leichtmetallblechen anstellen sollte. Dicht blieben auch diese Boote nicht
Anders als Saab-Wasserfahrzeuge vermochten die Reifen übrigens zu überzeugen. Oft war ja bei der gestrigen Fahrt die juristische Definition von „Nässe“ übererfüllt. In wassergefüllten Lkw-Spurrinnen war der Reifen bei 120-130km/h partout nicht zum Aufschwimmen zu bewegen, gleichermaßen auch nicht, als im Vogtland der Himmel alle Schleusen öffnete und ich auf 20km an vier im Straßengraben liegenden oder an der Leitplanke zerdötschten Autos vorbeikam. Mit den Michelin ES hätte ich da die Geschwindigkeit deutlich reduzieren müssen; die Uniroyal fuhren durch das auf der Fahrbahn stehende Wasser bzw die über die Straße laufenden Sturzbäche einfach völlig unbeindruckt hindurch. Die Reifen hätten Geschwindigkeiten erlaubt, die ich mit Rücksicht auf die Sicht bzw deren Mangel nicht fahren wollte. Beeindruckend. (Dafür ist der Reifen auf dem Trockenen aber eher mies. Man kann eben nicht alles haben.)

Zurück zum Thema. Das Geistige kommt hier zu kurz. Deshalb zum Abschluß: Kylie Minogue und Nick Cave. Ohne Bennsche Wasserratten unterm Zwerchfell. (Musikalische Wasserratten im Haar dagegen fänden sich in Anlehnung an Georg Heym bei Subway to Sally.)

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Die kroatische Riviera: Opatija

September 2013. Wir waren natürlich nicht zu Erholungszwecken da (das hätten die absurden Lufttemperaturen auch zuverlässig verhindert), sondern ausschließlich zu Studienzwecken. Vergleichende Betrachtungen der mediterranen Bäderarchitektur von Gründerzeit und sozialistischer Moderne, so in etwa. Ein Nichturlaub. Nur kein Neid!

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