Sommerreifen für den Vectra.

Wie dem geneigten Leser sicherlich noch erinnerlich haben wir neulich einen zweiten Satz Elchschaufeln im schönen Voralpenland erstanden.
Inseriert waren die „guten“ Reifen, wichtig waren mir die Felgen. Bei der Abholung bestätigte sich, daß die Reifen tatsächlich hochwertig (gewesen) waren – zwei Michelin Pilot, zwei Conti Premium Contact mit jeweils noch reichlich Profil.
An der Profiltiefe hätte wohl auch weitere intensive Nutzung wenig ändern können, wie ein Blick auf die DOT-Nummern verriet.

Als Ersatz fiel die Wahl auf die Uniroyal Rainsport 3, unter anderem auch wegen der Erfahrungen mit dem Rain Expert auf dem 901.
Leider erwies sich der Reifenkauf als nicht ganz so einfach wie gedacht. Über zwei Wochen Lieferzeit sind im 21. Jahrhundert eigentlich nicht akzeptabel, vor allem, wenn auf der homepage zwei bis drei Werktage angegeben sind.

Das Profil ist asymmetrisch, und trotz des „halben Vs“nicht laufrichtungsgebunden. Das sieht auf dem Auto von vorne (oder hinten) etwas komisch aus, soll aber angeblich funktionieren – der Latsch eines modernen Reifens sei nicht mehr lang und schmal, sondern kurz und breit, so daß nur ein Teil des V den Boden berühre. Die schrägen Einschnitte wirkten somit nicht wie ein V und leiteten das Wasser zur Seite, sondern wie Umfangsrillen nach hinten.

Nach Montage hatten wir zwar schon das ein oder andere Unwetter, ich war dann jedoch immer mit dem Schneewittchen auf den regenscheuen Energy Saver unterwegs. Ob der RS3 wirklich so funktioniert wie man es angesichts des Namens und der Marke erwarten würde kann ich also noch nicht sagen.

PS: Die Gleitstücke der Fensterheber werden mich voraussichtlich nächste Woche erreichen, so daß in nicht allzu ferner Zukunft auch wieder alle Fensterheber funktionieren sollten. Natürlich wurden sie auch für die anderen Türen auf Vorrat beschafft – was man zur Hand hat geht bekanntlich nicht mehr kaputt…

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Berlin Spotting 7: Neuwagen

Eigentlich geht es hier auf diesem Blog um alte Autos. Denn Autos müssen dem Verfasser vor allem Spaß machen, und die wenigsten spaßigen neuen Autos kann man sich als Nomalsterblicher leisten. (Der Autor folgt bei der Beurteilung des Sichleistenkönnens einem etwas strikteren Ansatz als dem weit verbreiteten, dennoch grundfalschen „kann irgendwie die Raten zusammenkratzen“.)

Neben dem АвтоВАЗ 2121, vulgo Niva Taiga 4×4 gibt es nur noch ein weiteres als Neufahrzeug erhältliches Gerät, das beim Verfasser einen mittleren Habenwollen-Reflex auslöst und noch leidlich bezahlbar ist:

Der Subaru BRZ alias Toyota GT86. Boxermotor, Hinterradantrieb, tolle Gewichtsverteilung und ein nettes Design. Beim Autobahnquartett, des Deutschen liebster Automobilbeschäftigung, gewinnt man mit dem Wagen leider keinen Stich: mit „nur“ 200 PS aus einem Saugmotor ist man bei Beschleunigungswerten und Höchstgeschwindigkeit so manchem Kleinwagen unterlegen.
Aber das ist sowieso etwas, was weder der deutsche Michel noch die deutsche Autopresse je verstanden hat: Fahrspaß bemißt sich nicht in Zahlen, und auch ein Drehmomentberg ist dafür nicht erforderlich. Aber eine kurvige Landstraße, ein gutes Fahrwerk, ein tiefer Schwerpunkt, wenig Gewicht und viel Rückmeldung.
Danke, Toyota und Subaru, daß Ihr auch an die kleine Minderheit denkt, die Auto fahren kann und will.

Die Serie Berlin Spotting dieses Blogs ist eine hommage an die gleichnamige Rubrik aus der Anfangszeit der großartigen Blenheim Gang.

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Temperament. Design. Italien.

Ja, das ist ein Klischee. Nein, es geht hier nicht um Sportwagen. Auch nicht um Mode. Dieser Dreiklang fand meine Aufmerksamkeit vor gut zwei Jahrzehnten, als W. Kahl im Rudersport, dem Zentralorgan des DRV, mit nur diesen drei Worten die divenhaften, sensiblen, anspruchsvoll zu fahrenden, im Rennen aber absolut atemberaubenden Filippi-Boote bewarb.

Mit dem Klischee könnte man jedoch nicht nur Architektur, Autos und Boote bewerben, sondern auch Fahrräder. Beim letzten Reifenwechsel fand ich in der Halle einen Karton mit Ersatzteilen wieder.

Es fehlen jetzt nur noch Schalthebel und der Umwerfer, dann kann das Projekt Alltagsrad beginnen.

PS: Tullio Campagnolo erfand nicht nur das Parallelogramm-Schaltwerk, sondern auch den selbstzentrierenden Korkenzieher.

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Berlin Spotting 6: grün

Neulich hatte ich mich wortreich über die trostlose Tristesse des deutschen Straßenbildes beklagt. Es gibt jedoch auch Hoffnung.
Hier zwei Variationen des Themas „grün“ – einmal aus dem Osten, das andere aus dem freien Teil der Stadt. Formal gelungener ist hier jedoch eindeutig der Entwurf Fleischer/Dietel.

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Sommer.

Sommer. Jene furchtbare Jahreszeit, die jegliche geistige wie körperliche Aktivität mit sengender Hitze und/oder bleierner Schwüle erstickt und intelligentes Leben verunmöglicht. Wer mit purem Überleben beschäftig und panisch auf der Suche nach Schatten und Abkühlung ist, dem bleibt wenig Muße für Kunst und Kultur. Das Geistige muß dann zwangsläufig zu kurz kommen. (Der geneigte Leser mag dies als Androhung respektive vorauseilende Entschuldigung einer Sommerpause auffassen.)

Der Sommer hat jedoch auch einen (einen einzigen!) Vorteil: Man kann Sommerreifen aufziehen.

Die ersten Kilometer nach dem Wechsel auf Sommerreifen sind jedes Mal ein purer Quell der Freude. Einlenkverhalten, Lenkpräzision und Querbeschleunigung – erst im direkten Vergleich wird einem dann wieder bewußt, worauf man mit Winter- oder Ganzjahresreifen so lange verzichtet hat.
Beachtlich auch (und den sparsamen Preußen erfreuend), daß man den geringeren Rollwiderstand der Michelin Energy Saver förmlich spürt. Hoffentlich schlägt sich das auch demnächst wieder im Spritmonitorprofil nieder.
Die Reifen gehen jetzt in ihr der Erinnerung nach viertes, der DOT-Nummer nach fünftes Jahr. Wenn alles nach Plan verläuft werde ich dieses Jahr endlich wieder an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen können – ich bin gespannt, wieviel Naßgrip sich die Michelins noch erhalten haben.

À propos Sommerreifen: Für den V6 meiner Lieblingsfahranfängerin hatten wir neulich einen zweiten Satz Elchschaufeln erstanden. Nun ist die Entscheidung gefallen: bestellt sind Uniroyal Rainsport 3. Gefordert waren herausragende Nässequalitäten; Sportlichkeit im Trockenen oder absurde Laufleistungen waren dagegen nicht gefragt (die Dame mag immer noch keine Kurven, hat aber mittlerweile entdeckt, daß der V6 bei hohen Drehzahlen aufwacht und sich auf schnellen geraden Autobahnetappen wohl fühlt).
Von der Aquaplaingresistenz und dem Naßgrip der Rain Expert war ich bekanntlich schwer beeindruckt, die uniroyaltypischen Schwächen wie Schwammigkeit im Trockenen sind beim 902 eh vollkommen nebensächlich, denn Lenkpräzision und Sportlichkeit kann das Ding – anders als ein echter 900 – schon ab Werk nicht, insofern kann man dahingehend auch mit der Reifenwahl nichts mehr ruinieren.

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Berlin Spotting 5.1

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Im fünften Teil bedauerte ich die Tristesse, die das deutsche Straßenbild seit Jahrzehnten prägt. These und Klage illustrierte ich mit einem freudlos grauen Volvo V60. Der geneigte Leser mag sich gefragt haben, wie es so ein modernes Auto in dieses Blog schafft – nun, zum einen sind die ersten S60 mittlerweile auch schon im Tränental der kiesplatzgehandelten Letzthandwagen angekommen, zum anderen geht die Designlinie in direkter Linie auf den ersten S80 zurück, der zwar mit seiner ausgeprägten Schulter den 244 zitiert, aber dennoch so eigenständig und zeitlos gezeichnet ist, daß die überwiegende Mehrzahl zufällig befragter Passanten wohl niemals auf die Idee käme, diesem Entwurf das Klassikeralter zuzusprechen. Dabei debütierte der S80, genau wie der 9-5, schon vor 20 Jahren. Damit ist er nach gängiger Verkehrsauffassung ein „Youngtimer“ – und damit für dieses Blog qualifiziert. Der erste S60 ist nur zwei Jahre jünger, mithin volljährig, und er teilt sich mit S80 und V70 II die P2-Plattform. Das sollte als Qualifikation reichen.

Die digitale Aufenthaltsberechtigung dieses S60 jedoch liegt in einem kleinen Detail begründet.

Manche grauen Autos sind wohl doch weniger langweilig als andere.

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GtL besser als PAO? Gebrauchtölanalyse Shell Helix Ultra Professional AV-L 0w-30

Wie neulich schon angekündigt, nun der Laborbericht. Die Verzögerung bitte ich mir nachzusehen – zunächst vertrödelte UPS ein paar Tage, dann entführte mich meine Lieblingsfahranfängerin an den Gardasee und am Folgewochenende schließlich war der Fensterheber am Opel fällig – jetzt aber habe ich keine Ausreden mehr, die Spannung künstlich hochzuhalten.

Hier also nun das von der Netzgemeinde mit unerträglicher Spannung erwartete Ergebnis. 10.000km mit dem Shell Helix Ultra 0w-30 AV-L. Also:

Ich bin, um es kurz zu fassen, sehr angetan – vor Allem im Vergleich mit dem Aral, das ebenfalls im Winter gefahren wurde und wie das AV-L ein low-SAPS Öl ist, aber als vollsynthetisches Öl ( >80%PAO) eigentlich die Benchmark in Sachen chemischer Stabilität sein sollte.
Die leichten Bedenken, die ich ggü. einer Verlängerung des Wechselintervalls hatte, sind vollständig ausgeräumt. Das AV-L scheint von den 10362km chemisch vollkommen unbeeindruckt zu sein. Man beachte Oxidation, Nitration und Sulfation… um Schlamm muß ich mir hier nun wirklich keine Sorgen machen. Das GtL-Grundöl kann offenbar einiges.
Ich wage eine Prognose: der das Intervall limitierende Faktor wird hier der Kraftstoffeintrag sein.

Disclaimer: Der Autor hielt über längere Zeiträume Anteil an Royal Dutch Shell und erwägt grundsätzlich einen Widereinstieg. Kurzfristig findet er aber die Moskauer Börse spannender…

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