Prelude.

Am Anfang war das Wort. War. Ist: das bit. Leben wird digital. Ist Realität virtuell?

Egal.

Wir feiern die Sinnlichkeit , den Geruch von Benzin und verbranntem Öl, den hängenden Dachhimmel, das Pfeifen der Umluftverstellung, das tiefe Turboloch, den Riß im Ladergehäuse. Wir tragen Schal, weil wir im Winter mit offenen Fenstern fahren, zumindest in Häuserschluchten und Tunnels. Da schalten wir einen Gang herunter, freuen uns, wenn der Turbo heiser pfeift und heult, daß sich die Nackenhaare aufstellen.  Dann gehen wir vom Gas, es patscht im Auspuff und das Tier unter der Haube röhrt und brabbelt vor sich hin.

Wir lieben das Klacken des Relais beim Blinken, die Spurrille, die uns beim Bremsen beinahe das Lenkrad aus der Hand zieht, und wir schalten grundsätzlich mit Zwischengas. Dann nämlich lassen sich die Gänge auch ohne übergroßen Kraftaufwand und zudem viel schneller wechseln. Ein beherzter Tritt, der Gasstoß knallt und scheppert, das Getriebe heult und das Haubentier brüllt und grummelt und legt sich wieder hin.
Und: außer uns kann das niemand mehr. Wer verbrennt sich noch die Finger am Getriebölmeßstsab? Wer schaut nach nach Öl und Wasser?
Da sitzen sie in ihrem Blech- und Plastikeiern, stieren stumpf auf das Navidisplay und schlafen vor sich in. Fahren sie noch oder lassen sie sich vom Computer schon nach Hause bringen?
Ob ihnen wohl langweilig ist?

Uns nicht. Realität macht Schnupfen und verbrannte Finger. Und Spaß.

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Über turboseize

Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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