Rostfrei? Gibt’s nich!

Rostarm dagegen wohl. Durch den Hinweis eines Saabforummitbewohners bin neulich ich auf eine Autoverwertung im Berliner Süden aufmerksam geworden. Auf dem Gelände stünde ein 900 sedan, ob ich mir den mal ansehen möge?
Habe ich getan. 900i 8v, Kat, 66.000km. Jawoll, sechsundsechzigtausend. Da fehlt keine Null.
Kofferraum feucht, Dachhimmel hängt, Kratzer auf der Motorhaube, Daumennagelgroßer Rost an den den Türenden, etwas Gammel unter der Rückbank. Den man z.T. mit dem Finger abreiben konnte… Die Karosserie ist gut, richtig gut.

Gestern mit der Kamera wieder da. Ich weiß doch, ihr wollt immer Bilder… Hier sind sie.

Zum Schluß noch zwei charmante Details:

Fahrverbot? Nicht für ihn!

Mehr Bilder mit den neuralgischen Stellen als Diaschau:

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Tausendachthundert soll er kosten. Ob das realistisch ist? Einen Sedan will eigentlich niemand, als Schrägschnauzer erst recht nicht. Dann noch als Achtventilersauger? Gerade mit Kat ist der Motor als versoffene Wanderdüne verschrieen – eine Einschätzung, die ich allerdings absolut nicht teilen kann. Der Wagen ist mit seinen 110 Pferdern völlig ausreichend motorisiert, und mehr als zehn Liter sollten nur im Stadtverkehr oder bei Vollgas durch die Düsen gehen. Auf der Landstraße sind sieben bis neun realistisch, je nach Fahrtstrecke und Gasfuß. Der 8V ist meines Erachtens nach der am meisten unterschätzte Motor in der Baureihe, an diesem Triebwerk sollte es nicht scheitern!
Ohne Batterie war das mit der Probefahrt schwierig, aufgrund der langen Standzeit dürfte auch von festgegangenen Bremsen und dem einen oder anderen Standschaden auszugehen sein. Sorgen würde mir der Mengenteiler machen, wenn der verharzt ist wird es lustig.
Der hängende Dachhimmel ist Folklore, allerdings beim Sedan mit erheblich mehr Aufwand verbunden als beim CombiCoupé. Hier gibt es keine Heckklappe durch den man den Himmel zum Neubezug entnehmen kann – hier muß die Frontscheibe raus. Wer es nicht selber machen kann, sollte mit ungefähr 750 Euro dafür rechnen.
Der Kratzer auf der Motorhaube ist recht tief, das dürfte mit auspolieren nicht getan sein. An den Türen ist es mit jeweils einem Fingernagel Blech auf der Innenseite getan, das müßte recht kostengünstig gehen. Den Rost unter der Rückbank schätze ich als nicht so wild ein, müßte man sich mal anschauen, abschleifen und versiegeln, das sollte es gewesen sein. Dem Wassereinbruch im Kofferraum sollte man auf den Grund gehen.

Was bleibt? Die Karosserie. Die Antriebswellentunnel sind jungfräulich, der Kofferraum trotz Wassereinbruch (noch) gut, selbst das Batterieblech sieht aus wie neu. Die Substanz des Blechs ist die ganz große Trumpfkarte dieses Autos.

Fazit: hinfahren, Geld mitnehmen, auf 1500 runterhandeln, mitnehmen. Der Kleine braucht etwas Zuneigung, aber das hat er verdient.

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Über turboseize

Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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4 Antworten zu Rostfrei? Gibt’s nich!

  1. JL900/0 schreibt:

    Nö, noch vier Monate warten, dann für 500 mitnehmen und auf 16V turbo umbauen. Und den Wackeldackel für die Hutablage nicht vergessen. Ein lang gehegter Traum…

  2. Pingback: Rückblick. « Schneewittchensaab

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