Das Leopardenkleidchen

Mitfahrgelegenheit.de brachte ein 18-Jähriges Ding, niedliches Gesicht, wohlgeformt. Das Ding steckte in einem leopardengemusterten Kleid, das – großzügig betrachtet – vielleicht als Unterhemd hätte durchgehen können. Da will man ja nichts gegen sagen – Geschmackslosigkeit ist durchaus legitim, solange sie hübsch ausschaut. In Hamburg bei sengender Hitze dachte ich mir jedenfalls nichts dabei.

Gegen Mitternacht fährt eine dunkle S-Klasse durch Bonn. An einer Tankstelle hält der Wagen. Chrom und Lack glänzen im Neonlicht. 560 SEL. Fahrer und Beifahrerin steigen aus, er sonnengebräunt mit offenem Hemd, sie im Leopardenkleidchen, das kaum ihre Arschbacken verdeckt. Er gibt ihr ein Täschchen aus dem Kofferraum, zückt die Geldbörse, sie drückt ihm ein paar Scheine in die Hand. „Paß auf Dich auf, Kleine.“ Sie verschwindet in der Nacht.
Mit einem sanften Wippen schaukelt sich der Mercedes von der Tankstelle auf die Straße, um danach mit dem wasserfallartigen Rauschen eines im Teillastbereich laufenden V8 vehement zu beschleunigen.
Und der Fahrer fragt sich, was die drei besoffenen Studenten an der Tanke jetzt gerade denken.

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Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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4 Antworten zu Das Leopardenkleidchen

  1. bk-aero schreibt:

    Genial. =D

  2. Der Kutscher schreibt:

    Bilder? Du fotografierst doch sonst auch alles 😉

  3. zweiundvierzig schreibt:

    köstlich 🙂

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