Zwei (kleinere) Probleme und fünfzehn Minuten Ruhm

Ein bekannter hamburger Saabhändler, -schrauber und -rennfahrer sagte mir vor langer Zeit am Telephon: „Ein Saab 900 ist kein Auto, sondern ein Haustier. Wie ein kleiner Hund: unglaublich treu, aber man muß sich dauernd darum kümmern.“
Und obwohl dat Schneewittchen eigentlich recht pflegeleicht ist bettelte es in den letzten Wochen etwas um Aufmerksamkeit.

Betätigen des rechten Lenkstockhebels brachte zwar die Scheibenwischer in Bewegung, aber nicht mehr zuverlässig Wischwasser auf die Scheibe. Dem weltbesten Saabforum nach ist der Fehler nicht ungewöhnlich: die Kontakte im Hebel verschleißen mit der Zeit und werden nach hinten gebogen, so daß je nach Tagestemperatur, Gewaltausübung des Fahrers und Laune des Fahrzeugens kein Kontakt mehr zustande kommt. Zeit und Muße und eine entsprechende Feinmotorik vorausgesetzt kann man das wieder zurechtbasteln, da es mir aber vor Allem an letzter mangelt führte am Austausch des Hebels kein Weg vorbei. R. von www.16s.de hatte noch einen übrig und ließ es sich auch nicht nehmen, den schnell zu tauschen – mein Hebel wird dafür eingelagert und irgendwann wieder aufbereitet. Weggeworfen wird nichts, die Autos wachsen ja nicht mehr nach.

Kurz darauf kippte das Fahrerfenster dann leicht nach vorne und blockierte. Hier hatte das Saabforum dann zum Glück unrecht: nicht das Gestänge des elektrischen Fensterhebers litt an Zahnausfall, sondern die Glasscheibe war aus der Halterung gerutscht.

Ziemliche Fummelei, vor Allem für große Männerhände. Kinderarbeit scheiterte an der mangelnden Verfügbarkeit und an der rechtlichen Lage, also hieß es die eigenen Hände dreckig zu machen und zu zerkratzen.

Kosten für beide Schäden: ein Lenkstockhebel zu 15,- Doppelmark und eine Rolle Gewebeklebeband.

Kurze Zeit später fanden das Museumspersonal und der diensthabende Saabveteran im Saab Museum dann den Kilometerstand so außergewöhnlich, daß wir kurzerhand zu „Besuchern des Tages“ erklärt wurden. Dreißig- oder Vierzigtausend Meilen seien ja recht häufig, daß jemand aber mit einem Auto mit über fünfzigtausend Meilen anreise sei dann aber doch eher ungewöhnlich.

saab_car_museum_2

Sehr sympathisch finde ich, daß seitens des Museums nicht nur auf die Dokumentation des Tachostandes, sondern auch auf die Wartungsnachweise Wert gelegt wurde. Mit Recht: ohne die wohl weltbeste Saabwerkstatt wäre das sicher nicht so einfach möglich gewesen!

Auf dem Rückweg mußten wir in Trelleborg noch etwas auf die Fähre warten, da bot es sich an, noch schnell den Film vollzumachen:

In Berlin dann festgestellt, daß die Abgasanlage irgendwo undicht ist. Die Schelle Flammrohr – Kat ist lose.
Irgendwas ist ja immer… Wie ein kleiner Hund.

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Über turboseize

Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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5 Antworten zu Zwei (kleinere) Probleme und fünfzehn Minuten Ruhm

  1. elsch a.k.a. Benjamin Sverige schreibt:

    Hast Du den Film nicht erst in Berlin voll gemacht? 😉 – Und wo ist der schienengebundene Vetter vom Schneewittchen?

    • turboseize schreibt:

      Aus dem wirklich letzten Bild könnte man ja beizeiten eine zweite Folge von „Car & Driver“ basteln. Wären dann beide Enden der Vectra-Modellpalette. 🙂

  2. Pingback: Zwischenziel erreicht | Schneewittchensaab

  3. Pingback: Saab Bilmuseum. | Schneewittchensaab

  4. Pingback: Dieser Rost hat kein Autoproblem | Schneewittchensaab

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