Alles wird teurer

… aber diesmal ist – ausnahmsweise- nicht nur die EZB schuld.

Anfang der Woche erreichte mich eine mail meiner Werkstatt mit Bildern des Plüschtiers, versehen mit dem Kommentar: „Es wird wohl auf die Wiedereinführung der Leibeigenschaft hinauslaufen.“ Manchmal hat der Chef einen sonnigen Humor. Aber seht selbst:

Der Rost unter dem Kühlerträger war mir beim Kauf unbekannt, aber dem Verkäufer kann ich da keinen Vorwurf machen. Die Stelle ist bei Saab 900 ziemlich häufig betroffen – aber solange man Frontschütze und Stoßstange nicht abbaut sieht man das nicht. Man kann es ertasten, wenn man die ungefähr siebenunddreißig mal in unterschiedliche Richtungen gebogene Hand von hinten unten an der Stoßstange vorbeischiebt – aber wer kommt schon auf diese Idee , wenn er diese Stelle nicht schon bei anderen 900 hat verfaulen sehen? Eben: niemand. Ich hätte es besser wissen müssen und danach fragen müssen, habe ich aber nicht. Klarer Fall von selber schuld.

Interessant ist das Horrorkabinett des Ventiltriebs. Ja, auch wenn man sich das nach den Bildern kaum vorstellen mag: der Motor lief nach übereinstimmenden Berichten des Verkäufers, eines befreundeten Besichtigers und HFTs etwas laut, fuhr aber unauffällig. Er sprang auch sofort nach Schlüsseldreh an… Und wirklich jeder, der den Motor gehört hatte ging davon aus, daß „lediglich“ das Ventilspiel zu groß sei. Dann warnte mich HFT nach einer ersten Inaugenscheinnahme vor, daß offensichtlich Kettenspanner und Führung nicht bei einem 1984 erfolgten Rückruf ausgetauscht worden seien, dort also Arbeit auf mich zukäme. Wie groß diese Arbeit werden würde war aber auch da noch nicht abzusehen. Erwartungsgemäß lag dann auch die Kettenführung in drei Teilen und ungezählten Splittern in der Ölwanne und genauso erwartungsgemäß hatte die Steuerkette das nicht überlebt. Die gefressene Nockenwelle allerdings ist höchst ungewöhnlich. Man vermutet einen Montagefehler oder Pfusch in der Werkstatt, wobei der allgemeine Wartungszustand einer langen Laufleistung auch nicht förderlich gewesen sei. Zum Glück habe man aber das Altöl aufgrund seiner Konsistenz an einen benachbarten Straßenbaubetrieb verkaufen können, was die Kosten zumindest ein wenig gesenkt hätte.

Was gab es sonst zu tun? Die Bremsbänder der Automatik einzustellen sei eine gute Idee gewesen, beim vorderen Bremsband sogar eine sehr gute. Traggelenke waren auch noch fällig. Mittlerweile ist der Wagen wieder zusammengesetzt und fahre schön, so daß man in Sankt Augustin die angezeigten Kilometer für absolut glaubwürdig halte – der Zustand des Restwagens passe dazu. Sobald der Tankdeckel vom Lackierer zurückkommt geht es zur Vollabnahme und zum H-Gutachten. Ich hoffe auf eine Zulassung noch in diesem Monat.

Bilder: http://www.hft.se

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