Es wird!

Seit Donnerstag Abend bin ich wieder mobil. Und zwar ohne mir innerberlinlich lustige Smarties oder für die Langstrecke Ingolstädter Folterbänke mieten zu müssen. Freund D. hat neben seinem ambassadorblauen Fünftürer-LPT auch einen stealthbombergrauen 2.1er-Sedan, den er derzeit nicht nutzt. Gegen Erstattung der laufenden Kosten und unter Übernahme der Aufwendungen zum Ersatz einer randalierenden Antriebswelle darf ich das aber tun.

Es geht um dieses Auto hier:

In guter Gesellschaft.

Stealth boat und Plüschtier.

Nein,nicht das Plüschtier. Links davon.

Ja, es ist ein Schrägschnauzer. Und wahrscheinlich hat das Ding auch ABS und so neumodischen Kram. Und es hat einen grauen Innenraum. Der Tempomat fehlt. Aber: es ist ein Saab. Und es hat Sitze!
Der 2.1er „big block“ ist übrigens ein echter Geheimtip. Das Vodkaglas an Mehrhubraum macht sich im unteren und mittleren Drehzahlbereich angenehm bemerkbar, in Verbindung mit der kurzen Übersetzung der späten Getriebe ist man damit auf Landstraßen und an der Ampel ziemlich flott unterwegs. Auf der Autobahn dagegen stört das Drehzahlniveau etwas… aber dieses Problem haben ja alle späten 900er mit Ausnahme der Vollturbos, ein LPT wäre da auch nicht besser. Der LPT wäre übrigens auch nicht schneller. Ein LPT hat gegenüber dem 2.1er genau einen Vorteil: er läßt sich mit überschaubarem Aufwand zum FPT machen, aber im Serienzustand würde ich den 2.1 jederzeit vorziehen. Gleiche Fahrleistungen, im Drehzahlkeller sogar besseres Ansprechverhalten bei potentiell geringerem Reparaturaufwand. Wenn kein Turbolader dran ist kann auch keiner kaputtgehen. (Nicht, daß der Lader zwingend kaputtgehen müßte, bei guter Pflege macht auch ein Lader 400.000km. Leider weiß man aber nur in den seltensten Fällen, ob der Vorbesitzer bestimmungsgemäß mit dem Fahrzeug umgegangen ist.)

D. möchte sich von einem seiner beiden 900er trennen, zumindest vom Stealthboot werde ich daher in den nächsten Monaten noch einige Bilder anfertigen. Zum Zustand nur ganz kurz drei Worte: „Sehr gute Substanz!“
Die Karosserie lebt – bis auf die Türunterkanten, aber das kennt man beim 900 ja nicht anders – in ausgezeichneter Rostarmut, bei der Technik ist lediglich ein im Kaltzustand klappernder Hydrostößel anzumerken (nach wenigen Minuten läuft der Wagen flüsterleise). Die Antriebswelle ist mittlerweile auch schon getauscht. Den Dachhimmel müßte man neu beziehen und den Armaturenbretteinsatz (nicht das Armaturenbrett selber – der Aufwand hält sich also sehr in Grenzen!) austauschen. Der Einsatz wurde offensichtlich von einem vollpfostigen Vorvorbesitzer oder einem Dieb beim Versuch des Radioausbaus beschädigt – aber das sind, wenn ich mich recht erinnere nur vier oder fünf Schrauben. Der Dachhimmel muß -wie bei allen 900ern – neu bezogen werden und die Stoßstangen könnten neue Zierleisten vertragen.
Alles in Allem dürfte der Aufwand, um den Wagen von „leidlich brauchbar“ auf „durchaus hübsch“ zu bringen damit sehr überschaubar sein. Wenn mir die Sachen genügend auf den Senkel gehen fange ich vielleicht auch schon damit an…

Kommen wir nun zurück zum zweiten obig abgebildeten Fahrzeug. Das habe ich letzte Woche das erste Mal mit eigenen Augen gesehen.

Das Plüschtier ist immer noch nicht zugelassen. Der Papierkram ist nicht so ganz ohne, höchstwahrscheinlich wird die belgische Hängerkupplung dran glauben müssen (auf den Eintrag „nur zu Darstellungszwecken; Nutzung nur zum Abschleppen erlaubt“ hätte ich nämlich wenig Bock). Vielleicht läßt sich ja eine passende zeitgenössische AHK mit deutscher ABE auftreiben.

Das Auto ist auch noch nicht ganz fertig: an mindestens vier Stellen werde ich nochmal beilackieren lassen müssen. Bis jetzt wurden aus den 800 Euro Kaufpreis schon fast 4000 – und dabei wird es nicht bleiben.

ich hatte ja zwischenzeitlich leichte Zweifel, ob das alles so sinnvoll ist was ich tue. Nachdem ich Donnerstag abends aber die Karre zum ersten mal „in echt“ gesehen habe muß ich leider feststellen (und bitte darum, mir die etwas gröbere Ausdrucksweie nahzusehen): scheiß drauf. Scheiß auf „wirtschaftlich“ und scheiß auf „sinnvoll“. Scheiß auf den leistungsarmen und verbrauchsstarken Säugling unter der Haube, scheiß auf die antiquiierte Dreigangautomatik, in deren Wandler der Großteil der 118 Pferde versumpfen werden, scheiß auf das Sänftenschaukelfahrwerk ohne Stabilisatoren. Scheiß auf die Kohle.

Die Karre ist einfach nur geil. Leider geil.

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Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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Eine Antwort zu Es wird!

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