Zum Ölwechseln mal eben nach Luxemburg – oder: wie man mit Youtube reich wird/werden könnte

Saabfreund L. aus R. in L. schrieb mich neulich an: er habe eine Tür für den Schwedenchroma, in Form und Farbe passend. Ob ich Interesse hätte? Natürlich hatte ich. Zu dem Preis erst recht. Letztes Wochenende hatte ich auch Zeit. Ich haderte nur mit mir, wie ich sie abholen solle – der Fiat steht noch bei doctor-d (Heizungswärmetauscher- und Lüftungsverstellungsklappenmotortausch), das Plüschtier ist zu langsam und versoffen (und außerdem brüllt einen auf der Autobahn der unter der Haube mit weit jenseits der 4000/min randalierende b201 an), beim Schneewittchen dagegen wäre der Service überfällig…
L. hatte eine Idee. „Dann mach den Ölwechsel doch einfach bei mir… Grillen können wir auch.“ Im Kofferraum schwappten eh schon einige Liter Mobil1 herum, ein Filter lag auch drin. Das Ölfilter hatte der Schwedenteiletim beim letzten Besuch in Essen in den Kofferraum geworfen: „Hier. Nimm das mal mit… für den Spontanölwechsel zwischendurch. Saabfahrer wechseln doch gerne und oft…“
Der Mann kennt seine Kundschaft.

Nicht auf dem Bild: ein ambassadorblauer CD. (c): Sara Ribeiro Domingos

Nicht auf dem Bild: ein ambassadorblauer CD.
(c): Sara Ribeiro Domingos

Samstag morgen also das Auto angeworfen, ab auf die Bahn, Tempomat bei gepflegter Linksspurgeschwindigkeit gesetzt und gen Luxemburg geglitten. Liegt ja direkt um die Ecke von Berlin aus (es sind zumindest deutlich unter 800km). L. kredenzte lokales Orangenschalenbier und warf Scheinespeck und Thüringer, die nicht so heißen dürfen und sehr empfehlenswerte, weil deftige luxemburger Mettwürste auf den Grill. Im Anschluß eine Fahrwerkstestrunde, um das abgekühlte Öl zu erwärmen – wir wollten ja noch das Öl wechseln. Inzwischen hatte sich auch Je-Lo, für den ich mal einen Rentnerwagen überführt hatte eingefunden.
Hier unterlief uns aber der entscheidende Fehler des Abends: es lief keine Videokamera. Während sich „the most unpractical man (Pause) in the world, which is (Pause) me“ also nach Kräften bemühte, den Schmierstoffwechsel mit möglichst geringen Kollateralschäden durchzuführen, standen L. und Je-Lo darum herum und kommentierten hilfreich. „Tonight – Martin drops a screw“… Ich weiß schon, warum ich sowas in der Regel machen lasse.

Zum anschließenden, in Luxemburg für petrolheads obligatorische Mitternachtsimbiss in Wasserbillig reisten wir mit Je-Los famosem, tempomatiertem 525td an, den ich auf der Rückfahrt probefahren durfte. (Der Wagen wäre übrigens zu haben: lächerlich geringe Laufleistung, vollständiges Scheckheft. Ich bin noch nie einen e34gefahren, der so sehr Neuwagenfeeling ausstrahlte.) Hier wurde auch das Konzept für unseren Youtube-Kanal erstellt: the most unpractical man (Pause) in the world erledigt diverse Wartungsarbeiten an alten Autos – was durch umstehende Petrolheads fachkundig und motivierend kommentiert wird. Der komödiantische Wert ist nicht unerheblich. Könnte ein Renner werden.

Ebenfalls unterhaltsam war das Verladen der Chroma-Tür: was passiert, wenn man spätmorgens einfach so losfährt und beschließt, den zur Funktionsfähigkeit erforderlichen Kaffee der Zeitersparnis wegen lieber unterwegs einzunehmen? Genau, man fährt einfach los. Mit halbvollem Kofferraum und noch an den Griffen im Fond hängendem Anzug. Nächtliches Kofferraumtetris jedenfalls scheint für die umstehenden Unbeteiligten auch nicht ununterhaltsam zu sein. Aber dat Schneewittchen wäre kein Saab, wenn es keinen Platz böte – auch in einem unpraktischen Sedan bekommt man alles mit, was man mitnehmen will.

Das Transportgut wurde am Folgetag noch mehr: von Luxemburg aus ist es nicht weit bis in die Pfalz, und wenn man schonmal in der Nähe ist kommt es auf die paar Kilometer ja auch nicht mehr an. Abstecher nach Süden, B10 bei Annweiler gesperrt, Umleitung über pittoreske Dörfer. Hohe Heckantriebsalfadichte, die Pfälzer scheinen Geschmack zu haben…
Kaffee in Landau, einen himmlischem Maserati 3200GT bestaunen (diese Rücklichter! Das Detailing von Glossworks ist aber auch nicht ohne), eine skandinavische Designikone in den Kofferraum packen tetrisspielen, Volltanken und zurück auf die Bahn.

loadtape

1700km in anderthalb Tagen und zweieinhalb Tankfüllungen. Das Auto kann es immer noch – auch kurz vor seinem 30. Geburtstag. Aber das selberschrauben sollte ich wohl bleibenlassen. Oder aber filmen. Kerzen und Luftfilter müßten auch noch neu…

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Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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5 Antworten zu Zum Ölwechseln mal eben nach Luxemburg – oder: wie man mit Youtube reich wird/werden könnte

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