2011 – 2016: Veronica

Vorab: wer den Namen erklären kann kriegt ein Bier. 😉

Photo: Jorg Hipp

Photo: Jorg Hipp

Motorisiert mit der letzten Ausbaustufe (DI) des untötbaren b202. 163 PS. Modelljahr 1989.

Schnell und sparsam, nur nicht beides gleichzeitig. Läßt sich bei Autobahnrichtgeschwindigkeit vollbesetzt mit 8 Litern bewegen, bei Vmx (laut GPS deutlich über Werksangabe, 238km/h!) wird’s natürlich sehr deutlich zweistellig.

Platz im Innenraum auf Oberklassenivau, ausgezeichnete Sitze, reichhaltige Ausstattung. (Leider ist die Verarbeitungsqualität bei den frühen CC noch nicht so ganz oberklassig, auf schlechten Straßen knarzen und klappern die. Alle. Veronica auch…
Das können die späten 9000 (CD/CS) deutlich besser.)

Der Wagen hat das klassische „rundum-sorglos-Turbopaket“: Leder grau, Tempomat, Sitzheizung, Klimaautomatik, großer Bordcomputer, elektrisches Schiebedach, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare und beheizte Außenspiegel, Leseleuchten… und ein lückenloses Scheckheft – bis zur 240.000-Inspektion beim erstausliefernden Saabhändler, seitdem bei HFT und Frank Trubendorffer.

Das Scheckheft ist auch der Grund, warum es den Wagen überhaupt noch gibt. Freund J. hatte sich den Wagen angelacht und in jugendlichem Überschwang damit begonnen, alles wieder hübsch zu machen: Motor und Getriebe raus zum Abdichten, Batterieblech lackieren, Anlasser und Lichtmaschine prophylaktisch überholen, wenn man schonmal dabei prophylaktisch eine neue Kupplung verbauen etc. Dann kam ich zu Besuch vorbei, lupfte die Koferaumverkleidung und erblickte die Stoßdämpferaufnahmen des Grauens. Darauf verging J. die Lust an der Karre. Projekt gestoppt und Verwertung angestrebt.
Das konnte ich natürlich nicht zulassen – erstens gibt es keine brauchbaren 9000 CC mehr, zweitens erst recht keine scheckheftgepflegten, und drittens ist man als Altmercedesfahrer den Anblick von Rost ja gewöhnt…

Ich hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich schon einem 9000 Griffin zugesagt – also haben wir stumpf die Autos getauscht. Daß der Griffin über Umwege dann doch noch einmal zu mir kommen sollte hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht gedacht.

Eigentlich sollte das Auto ja dazu dienen, dat Schneewittchen zu schonen. Aber, wie ich schon schrieb – gute CC sind selten geworden. Und so siegten nach einem Winter die Gewissensbisse und Veronica wurde zum Sommerauto mit Saisonkennzeichen befördert.
Rein finanziell handelt es sich bei ihr auch um ein mittleres Fiasko: das ist das Auto, das bis jetzt mit absurdem Abstand die höchsten Kilometerkosten hat. Selbst der Klimawandler war billiger.

Aber was solls, es gibt ja keine mehr… Und für die Zukunft bin ich ja jetzt abgesichert. 🙂

Update:
Das Auto ist verkauft. An jemanden, der eigentlich einen 9000 turbo Automatik suchte, und den ich zum 9000er-Kauf beraten sollte. Dem ich redlich versuchte, einen CC auszureden, aber der aus ästhetischen Gründen unbedingt einen CC wollte. Und der bei der eigentlich als Grundeinweisung und Kaufberatung gedachten und ohne ernsthafte Verkaufsabsichten durchgeführten Probefahrt (er suchte ja einen Automatikwagen) eine Zahl in den Raum stellte, mit der ich sehr gut leben konnte.

Abrechnung

Absolut teuer, relativ billig.

Zumindest das Kostenkapitel muß also umgeschrieben werden. Unter Berücksichtigung des Verkaufserlöses hat mich der Wagen 23ct/km gekostet. Das ist, für das gebotene, nicht zuviel.
Seine Zukunft wird der Wagen im erlesenen Kreis einer umfangreichen Sammlung verbringen. Kein Auf- und Verbrauchen im Alltag. Aber auch kein Weggestelltwerden und verstauben. Der sachkundige Käufer meldete sich inzwischen: der Wagen sich in den wenigen Wochen schon einige Male in seinen Alltag eingeschlichen…

Was schreibt man dazu? So kitschig es auch auch klingt: Ende gut, alles gut.
.

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