Museum Autovision

Als ich letztes Jahr die Veterama besuchte machte ich mit meinem Gastgeber (der mir später ein Auto verkaufen sollte) auch einen Abstecher zum Museum Autovision nach Altlußheim.

Dem Anlaß angemessene Fahrzeugwahl.

Das Museum ist symmetrisch aufgebaut, beiderseits des Eingangs große, nach Schwerpunkten geordnete Hallen, links Wankel und Bugatti, rechts Motorräder. Im Kellergeschoß finden sich Ausstellungen zu mehr oder weniger erfolgreichen Innovationen und vermeintlichen bis tatsächlichen Zukunftstechnologien. Das Obergeschoß vermittelt anhand von Schautafeln, Modellen und Experimenten technische und physikalische Grundlagen und richtet sich besonders an Heranwachsende.

Wir ignorierten die Motorräder und begannen unseren Rundgang in der Wankelhalle, schließlich waren wir mit einem RX-8 angereist. (Dieses weithin unterschätzte Auto hat seinen eigenen Artikel verdient, der in Kürze folgt.)

Sein Debüt hatte der Wankelmotor bei NSU. Wankel Spider und Ro 80 dürfen nicht fehlen, letzterer auch als Schnittmodell.

Weiter geht es mit Citroen: ein ungeheuer seltener M35 und eine GS Birotor.

Bevor wir uns den unvermeidlichen Mazda widmen eine kurze Exkursion zu einigen weniger bekannten Verwendungen: Motorsegler, Bootsmotoren und Torpedoantriebe (von letzterem fehlt mir leider ein brauchbares Bild).

Und dann: Mazda. Manche kennt man, andere kaum. Der Pickup ist extrem selten und war auch mir bis dato vollkommen unbekannt.
Persönlich am meisten reizen würde mich jedoch der Eunos Cosmo, noch vor dem FD-7… Ein Blick in den Innenraum erklärt, warum. Der aufgeladene Dreischeibenwankel schadet aber auch nicht.

Im Keller finden sich links die gestrigen Zukunftstechniken, rechts dagegen eine wilde Sammlung, deren Schwerpunkt mir nicht immer klar wurde. Unter anderem standen sich Kettenkrad und K70 gegenüber. Beide gibt es nicht mehr allzuoft, vielleicht ist das ja das verbindende Element. Oder eben der Name NSU…

Deutlich spannender fand ich die andere Kellerseite. Erste Elektroautoversuche, Hybride, ein Toyota Prius und der geniale Honda Insight, der bei der Folgeversion leider zur Unkenntlichkeit verwässert wurde, bis hin zum Wasserstoff-V12 – die Zukunft von Gestern ist vollständig versammelt.

Unseren Rundgang schließen wir mit der Bugatti-Halle hinter den Wankeln. Auch ein American LaFrance hat sich hierher verirrt, der ist nur groß und imposant, genauso wie sein 14,5 Liter großes Simplex-Triebwerk.
Zu den Bugattis in unterschiedlichsten Erhaltungszuständen, von geleckt bis patiniert, muß man dagegen kein Wort verlieren. Wer vor einem solchen Motor steht und nicht der unterkühlten Schönheit dieses absolut klaren Entwurfes verfällt, dem spreche ich jegliches ästhetisches Urteilsvermögen ab.

In einigen Teilbereichen hätte der Sammlung eine klarere Schwerpunktsetzung gut getan, aber schon alleine der Bugatti-, Wankel- und Alternativantriebsabteilungen wegen lohnt sich die Anreise. Die Eintrittspreise sind mit 6€ recht fair.
Der Besuch sei dem technikinteressierten Leser folglich sehr empfohlen.

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Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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2 Antworten zu Museum Autovision

  1. acron schreibt:

    Danke für diesen sehr schönen Bericht – da fahre ich mal hin!
    Grüssle, acron

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