Dieser Rost hat kein Autoproblem

Rostfrei. Die gefährlichste aller Formulierungen in Verkaufsanzeigen, dicht gefolgt vom im Brustton der Überzeugung vorgebrachten „Dieses Auto hat kein Rostproblem!“.
HFT drehte diesen Satz während der letzten Inspektion gemeinerweise um. Nein, mit diesem Auto hat der Rost nun wirklich kein Problem mehr, zumindest nicht mit dessen linker Seite. (In Schweller, Fußböden und den Kofferraumboden hatte ich zur planmäßigen 560.000er-Inspektion im Dezember ja gerade erst einen Tausender versenkt. Da ist erstmal Ruhe.)
Neulich zerlegte ich, wieder einmal, die Fahrertür. Die Fensterscheibe hatte sich aus ihrer Führung gelöst, was zu merklichen Komforteinbußen führte. Alles halb so wild, Türpappen runter, Scheibe wieder reingefriemelt, ordentlich Klebeband drauf, alles wieder zusammenstecken, fertig. Nur daß das diesmal nicht mehr so einfach ging wie die letzten beiden Male: da ist alles verfault. Alles.

Natürlich hätte man auch im Herbst 2012 schon einfach eine neue Scheibe (mit besser erhaltener Klemmung) einsetzen können. Hätte man machen können, erschien dem Verfasser dieser Zeilen aber nur wenig sinnvoll. Denn zuvor war ein verkehrswidrig in den fließenden Verkehr von einem Baumarktparkplatz aus einfahrender Audi am Seitenaufprallschutz der beiden linken Türen zerschellt, leider nicht ohne die Türhüllen dabei über dem Seitenaufprallschutz abzukanten. Das war leider völlig irreparabel und lief auf einen Türtausch hinaus. Die gegenerische Versicherung zahlte auch recht schnell. Half mir nur nichts, denn weiße, rostarme Türen (vor dem Unfall befanden sich die linksseitigen Türen noch in durchaus brauchbarem Zustand) waren weder für Geld noch gute Worte aufzutreiben. Weil es ja nur eine Frage er Zeit sein konnte, bis mir welche zuliefen, stellte ich die turnusgemäße Rostbeseitigung und Korrosionsprophylaxe an diesen Türen ein. Wozu der Aufwand, wenn die doch eh demnächst rausflögen?
Wie es immer so ist: Provisorien sind dauerhaft. Aber jetzt reicht es.

Nicht schön.

Nicht schön.

IMG_0359

Am Wochenende holen wir den seit ein paar Jahren winterschlafenden 900 turbo eines Freundes heim. Rostarme Türen lägen auch noch in der Scheune. Jedenfalls hat er mich damit zur Mitfahrt geködert. Weiß sind die Türen zwar nicht, um den Lackierer werde ich wohl nicht herumkommen, aber Rostarmut reicht heutzutage ja schon als Seltenheits- und Schönheitskriterium.
Zwei Jungs, ein Wochenende, ein alter Saab, ein Lieferwagen, ein Anhänger, ein paar Motoren und eine polnische Landstraße. Wie würden drei weitgehend seriöse angelsächsische Automobiljournalisten jetzt fragen? – „What could possibly go wrong?“
Vorfreude kommt auf.

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Über turboseize

Das Leben ist zu kurz für langweilige Autos.
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Eine Antwort zu Dieser Rost hat kein Autoproblem

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